Nach Anschlag auf Prodi: Anti-Terror-Ermittlungen eingeleitet
- EU-Kommissionspräsident mahnt zur Besonnenheit
- Ungarischer Drohbrief an Romano Prodi
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Nach dem Paketbombenanschlag auf EU-Kommissionspräsident Romano Prodi haben die italienischen Behörden am Sonntag Anti-Terror-Ermittlungen eingeleitet. Prodi selbst, der bei dem Anschlag am Samstag unverletzt blieb, gab sich unbeeindruckt und forderte zur Besonnenheit auf.
Die Ermittler sprachen von einem versuchten Terror-Anschlag mit dem Ziel, die Demokratie zu stürzen. Doch Prodi zeigte sich gelassen. "Sicherlich sind es nicht die besten Neuigkeiten für das kommende Jahr", sagte Prodi. "Lasst uns auf der Hut sein, aber vor allem lasst uns nicht die Ruhe verlieren."
Die Paketbombe war in einem Buch versteckt und in einer Stichflamme aufgegangen, als Prodi das Buch in seiner Wohnung in Bologna geöffnet hatte. Nach Prodi verursachte der Sprengsatz keine größeren Schäden. Lediglich einige Möbelstücke und der Teppich wiesen Brandflecke auf. Nach "jüngsten Warnungen" habe er das Paket vorsichtig geöffnet, sagte er.
Ungarischer Drohbrief an Romano Prodi
Der Paketbombenanschlag gegen EU-Kommissionspräsident Romano Prodi vom Samstag hat auch eine Vorgeschichte mit ungarischem Bezug. Das berichten ungarische Medien am Sonntag. Das Privatfernsehen TV2 zeigte ein Stück Papier mit den ungarischen Worten: "Das war der Anfang, beim zweiten Mal wird eine Bombe explodieren". Mit diesem Zettel soll ein Stein eingewickelt gewesen sein, mit dem das Schaufenster einer Buchhandlung in Bologna in der Nacht zum 24. Dezember eingeschmissen wurde. In der Auslage wurde das neueste Buch von Romano Prodi präsentiert.
Nach Bekanntwerden der in ungarischer Sprache geschriebenen Warnung und der beigefügten und an Prodi adressierten ungarischen Weihnachtskarte wurde zunächst von einem mit "psychischen Problemen" kämpfenden ungarischen Täter gesprochen. Die Anti-Terror-Polizei DIGOS und das Polizeipräsidium von Bologna maßen dieser Tat keine weitere Bedeutung zu.
68 Anschläge in den letzten Monaten
In den vergangenen Monaten wurden 68 Anschläge mit Brief- oder Paketbomben gemeldet. Paketbomben waren im Oktober an das römische Arbeitsministerium und an Polizeizentralen in Rom und auf Sardinien geschickt worden. Dabei waren zwei Personen in der italienischen Hauptstadt schwer verletzt worden. In den vergangenen Monaten hatte Innenminister Pisanu wiederholt vor der Gefahr politischer Attentate gewarnt. (APA/red)
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