Freitag, 26. Dezember 2003

Mörseranschlag: Zwei US-Soldaten im Irak getötet

  • Erneut Raketenangriffe auf US-Verwaltung in Bagdad
  • US-Armee setzt Offensive gegen Widerstand fort

Bei einem Mörseranschlag auf einen Stützpunkt der US-Armee sind am Donnerstagabend bei Bakuba zwei US-Soldaten getötet worden. Wie eine US-Militärsprecherin am Freitag mitteilte, wurden bei dem Angriff 60 Kilometer nördlich von Bagdad vier weitere Armeeangehörige verletzt. Fast gleichzeitig wurden auch in Bagdad wieder Raketen auf verschiedene Ziele abgefeuert. Die US-Armee setzt daher ihre Offensive gegen Widerstandsnester fort.

Mindestens zwei Geschosse schlugen am späten Abend in der Nähe des Hauptquartiers der US-Verwaltung im Zentrum Bagdads ein, wie ein US-Offizier mitteilte. Nach seinen Angaben gab es keinen Verletzten. Beim bisher heftigsten Angriff seit der Ergreifung von Ex-Machthaber Saddam Hussein waren in der Früh eine Reihe von Raketen und Granaten auf das US-Hauptquartier, das Sheraton-Hotel, drei Botschaften und einen Wohnblock abgeschossen worden. Das US-Militär setzte unterdessen seine Offensive gegen den Widerstand fort. Dabei wurden bis Donnerstag mehr als 60 Verdächtige festgenommen.

Nach den Raketenangriffen auf das US-Hauptquartier ertönten am späten Donnerstagabend erneut die Alarmsirenen. Eine Stunde später wurde wieder Entwarnung gegeben. Bagdad war bereits in der Früh von einer Serie von Raketen- und Granatenangriffen erschüttert worden. Mindestens vier Geschosse explodierten in der schwer gesicherten Zone rund um das US-Hauptquartier. Das vorwiegend von ausländischen Journalisten und Geschäftsleuten bewohnte Sheraton-Hotel wurde binnen weniger Stunden zweimal angegriffen, dabei schlug ein Geschoss im achten Stock ein. Ein weiteres schlug in einem gegenüber liegenden Wohnungsblock ein, eine Frau wurde verletzt.

In einem nur wenige Meter von der deutschen Botschaft entfernten Gebäude explodierte eine Granate. Die Residenz des türkischen Botschafters wurde von einer weiteren Rakete leicht beschädigt; in der Nähe der türkischen Botschaft wurde ein Sprengsatz entdeckt und entschärft. Zuvor hatte eine Rakete die iranische Botschaft getroffen. Ein US-Soldat wurde bei einem Bombenschlag getötet, ein irakischer Polizist bei einem weiteren Anschlag schwer verletzt. Dennoch bezeichnete die US-Armee die Angriffswelle als "schwach und wirkungslos".

US-Offensive geht weiter
Unterdessen setzte die US-Armee ihre Razzien und Angriffe gegen mutmaßliche Mitglieder des Widerstands fort. Bis zum Donnerstag wurden nach US-Angaben bei der "Operation Eiserner Griff" (Iron Grip) 66 Menschen festgenommen, darunter 21 mutmaßliche Mitglieder der Guerilla. Unter ihnen befinde sich ein früherer General mit Verbindungen zum inhaftierten Ex-Präsidenten sowie mutmaßliche Bombenbauer und mehrere Chefs kleinerer Widerstandsgruppen. Gleichzeitig seien größere Mengen Waffen und Material zum Bombenbau beschlagnahmt worden. (APA/red)

26.12.2003 09:27