Donnerstag, 25. Dezember 2003

Naher Osten: Spirale der Gewalt dreht sich weiter!

  • Vier Tote bei neuem Suizid-Terror gegen Bus in Tel Aviv
  • Fünf Tote bei israelischem Angriff auf Jihad-Führer in Gaza

Die Spirale der Gewalt dreht sich im Nahen Osten ohne Pause weiter: Kurz nach einem gezielten israelischen Angriff auf Jihad-Führer mit fünf Todesopfern in Gaza wurde in der Hafenstadt Tel Aviv ein Sprengsatz in einem Bus zur Explosion gebracht. Mindestens vier Personen wurden getötet.

Beim ersten Selbstmordanschlag in Israel seit zwei Monaten sind am Donnerstag mindestens vier Menschen an einer Bushaltestelle vor Tel Aviv getötet worden. Das teilten israelische Sanitäter von ihrem Einsatz auf einer im abendlichen Berufsverkehr belebten Kreuzung am Rande der Stadt mit. Die beiden Selbstmordattentäter seien ebenfalls ums Leben gekommen. Wie das israelische Fernsehen unter Berufung auf die Notdienste berichtete, wurden mehrere Menschen schwer verletzt, vier von ihnen schwer.

"Wir glauben, dass das ein Terroranschlag war", sagte der Polizeichef des Bezirks, Yossi Sedbon, im Fernsehsender Kanal 2. Es war der erste Selbstmordanschlag in Israel seit dem 4. Oktober. Damals wurden in einem Restaurant in Haifa 21 Menschen getötet.

Fünf Tote in Gaza
Bei einem israelischen Luftangriff auf einen Personenwagen in der Stadt Gaza sind am Donnerstag nach Angaben palästinensischer Krankenhausmitarbeiter fünf Menschen getötet worden. Der Wagen explodierte nach zwei Raketentreffern, mindestens zehn weitere Personen wurden verletzt. Die Geschosse wurden von einem Kampfhubschrauber abgefeuert. Die israelischen Streitkräfte bestätigten den Angriff. Ziel sei ein Führer der Untergrundorganisation Islamischer Jihad gewesen, der einen tödlichen Angriff in den nächsten Tagen geplant habe, sagte ein Militärsprecher. Es war die erste israelische Liquidierungs-Aktion seit zwei Monaten. (APA/red)

25.12.2003 17:58