Donnerstag, 25. Dezember 2003

Nach Gas-Katastrophe in China: Bohrloch endlich zu!

  • Zahl der Toten stieg auf 198. 10.000 zum Teil schwer vergiftet.
  • 42.000 Menschen wurden evakuiert.

Vier Tage nach dem Ausbruch eines hochgiftigen Gasgemisches bei der Erdgasförderung in Südwestchina ist das Bohrloch am Samstag erfolgreich geschlossen worden. Die Zahl der Toten durch die Katastrophe stieg auf 198, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Fast 10.000 Menschen hatten teils schwere Vergiftungen erlitten. Hunderte lagen im Krankenhaus.

Ein mit Schutzanzügen und Atemgeräten ausgestattetes Spezialteam schüttete am Samstag das Bohrloch mit Schlamm zu. Die Pumpaktion der 80 Spezialisten dauerte zwei Stunden. 480 Kubikmeter Schlamm waren bereitgestellt worden. Die Luftqualität sei gut, berichtete Xinhua nach der erfolgreichen Schließung des Bohrloches auf dem Gasförderfeld 337 Kilometer nordöstlich der Metropole Chongqing. Zur weiteren Abdichtung werde noch Zement aufgetragen. Der Luftdruck am Rand des Bohrlochs habe bereits zehn Minuten nach Beginn der Aktion nachgelassen.

Der Versuch war am Vortag noch aufgeschoben worden, um bessere Vorbereitungen machen zu können. Auch waren Giftgasexperten des chinesischen Militärs mit Spezialgerät zum Unglücksort geeilt, um bei der Aktion zu helfen. Das tragische Unglück hatte am Dienstagabend seinen Ausgang genommen, als bei Bohrungen plötzlich ein giftiges Gemisch von Gas und Schwefelwasserstoff ausgebrochen war.

Das giftige Gas zog über 28 nahe gelegene Dörfer in der gebirgigen Gegend um das Chuandongbei Gasförderfeld. Bei den erst spät angelaufenen Evakuierungen wurden 42.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Viele Menschen in der Region litten unter Verätzung der Haut oder Atemwege sowie unter Schwindel, Magenschmerzen, Erbrechen und Bindehautentzündungen. Viele Opfer waren sofort tot.

(apa)

25.12.2003 10:55