Kolumbien: Guerilla ließ fünf westliche Geiseln frei
- ELN hielt Briten und Israelis fast dreieinhalb Monate fest
- Geiseln sind müde, aber wohlauf
Die kolumbianische Rebellenorganisation ELN hat fünf Geiseln aus Israel und Großbritannien fast dreieinhalb Monate nach ihrer Entführung wieder freigelassen. Ein Mitglied der Vermittlungskommission sagte nach der Freilassung am Montag, die westlichen Touristen seien müde, aber überglücklich.
Die fünf Ex-Geiseln - vier Israelis und ein Brite - verließen das Gebiet der Sierra Nevada de Santa María in Nordkolumbien an Bord eines Hubschraubers in Richtung Bogotá. Von dort aus sollten sie in ihre Heimatländer geflogen werden.
Einer der ELN-Anführer, Antonio García, hatte am vergangenen Freitag in einem kolumbianischen Radiosender angekündigt, die Geiseln würden vor Weihnachten freigelassen. Im Gegenzug hatte die Regierung in Bogotá zugesagt, Armee-Einsätze in der Sierra Nevada vorerst zu unterlassen.
Die linksgerichtete Guerillaorganisation Nationales Befreiungsheer hatte am 12. September acht Rucksacktouristen - eine Deutsche, vier Israelis, zwei Briten und einen Spanier - in der Nähe der historischen Ruinenstadt Ciudad Perdida im Norden Kolumbiens entführt. Einer der beiden Briten, der 19-jährige Matthew Scott, konnte einige Zeit später fliehen. Die Bremerin Reinhilt Weigel und der Spanier Azier Huegun Etxeberría wurden Ende November nach 74 Tagen frei gelassen.
Mit der Geiselnahme wollte die Guerilla nach eigenen Angaben auf die Not verarmter Bauern in der Sierra Nevada und ihre Drangsalierung durch Soldaten und ultrarechte Paramilitärs aufmerksam machen. (apa)
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