Dienstag, 23. Dezember 2003

Gaddafi bekräftigt: Keine Massenvernichtungswaffen in Libyen

  • Atomprogramm sollte immer friedlichen Zwecken dienen
  • US-Regierung überlegt Lockerung der Sanktionen

Libyens Staatspräsident Gaddafi hat den Besitz von Massenvernichtungswaffen bestritten. In einem Interview mit dem US-Sender CNN sagte er, "wir haben diese Waffen nicht". Das Atomprogramm, zu dessen Stopp sich Libyen am vergangenen Freitag verpflichtet hatte, sollte friedlichen Zwecken dienen. "Doch nichtsdestotrotz wollten wir es loswerden", sagte Gaddafi dem Sender.

Bei der Entscheidung könne auch der Krieg im Irak eine Rolle gespielt haben. Die internationalen Kontrollen würden ergeben, "dass wir nichts zu verstecken haben", sagte Gaddafi.

Libyen gilt wie Nordkorea, Iran und Algerien als nukleare Schwellenmacht - Länder, die zwar noch keine Atombombe haben, aber in absehbarer Zeit dazu in der Lage sein werden, sie herzustellen.

Die US-Regierung zieht nach dem Verzicht Libyens auf ABC-Waffen eine Lockerung der Sanktionen gegenüber dem einstigen "Schurkenstaat" in Betracht. Libyen ändere seine Politik und sein Verhalten, es könnte daher sein, dass auch die US-Regierung einige ihrer Positionen ändere, sagte Außenamtssprecher Boucher am Montag in Washington. Die Regierung in Tripolis hatte am Freitag überraschend verkündet, ihre Programme zur Herstellung von Massenvernichtungswaffen aufgeben zu wollen. (apa)

23.12.2003 09:35