Sonntag, 28. Dezember 2003

Lawinenabgang in Kärnten: Zwei Menschen sterben

  • Schneebrett riss vier Snowboarder in der Innerkrems mit sich
  • Großarl: Schneebrett von Tourengeher losgetreten

Zwei Todesopfer forderte ein Lawinenunglück am Sonntag in Kärnten. Vier Snowboarder wurden von einem Schneebrett mitgerissen, zwei von ihnen konnten sich selbst befreien. Der 18 Jahre alte Grundwehrdiener Patrick Feistritzer und und der 17 Jahre alte Lehrling Ernst Bacher konnten nur noch tot geborgen werden.

Die vier Wintersportler waren abseits der präparierten Pisten im Bereich des Grünleitennocks teilweise oberhalb der Baumgrenze unterwegs gewesen, als sie knapp vor 16 Uhr ein Schneebrett auslösten und mitgerissen wurden. Liftbenützer meldeten den Lawinenabgang bei der Bergstation des Grünleitennock-Liftes, sagten aber aus, dass alle vier Snowboarder an der Oberfläche geblieben seien. Trotzdem wurden die Rettungsmannschaften alarmiert.

Zwei junge Burschen konnten sich gegenseitig aus den Schneemassen befreien, einer der beiden stieg zu Fuß - sein Board hatte er in der Lawine verloren - zur Talstation ab und meldete dort, dass seine Freunde unter der Lawine liegen würden. "Da haben wir den Einsatz dann richtig ernst genommen, die Mannschaften waren auch sehr schnell an Ort und Stelle", sagte Einsatzleiter Bruno Maierbrugger am Abend.

Eines der beiden Opfer wurde dann auch sehr schnell gefunden, da sein Snowboard aus dem Schnee ragte. Die Retter kamen trotzdem bereits zu spät, der junge Mann war bereits tot. Das zweite Opfer wurde erst knapp vor 18 Uhr von einem Suchhund gewittert, er war unter eineinhalb Meter hohen Schneemassen begraben. Er konnte ebenfalls nur noch tot geborgen werden.

In dem Gebiet herrschte an sich am Sonntag nur sehr geringe Lawinengefahr, laut Lawinenwarndienst waren lediglich eingewehte Mulden und Rinnen als "mäßig gefährlich" beurteilt worden. In dem Hang, der den Snowboardern zum Verhängnis wurde, dürfte sich das Schneebrett auf Grund von Schneeverwehungen ausgebildet haben.

Laut Gendarmerie war die Lawinenrinne, die den jungen Kärntnern zum Verhängnis geworden ist, mit einem Absperrband gesichert gewesen. Die Snowboarder hatten die Absperrung jedoch missachtet und waren trotzdem in den Hang eingefahren.

Großarl: Schneebrett von Tourengeher losgetreten
Ein Mitglied einer aus sieben Personen bestehenden Tourengehergruppe hatte das Schneebrett in einer Seehöhe von rund 2.100 Metern ausgelöst. Eine 45-jährige Tourengeherin aus dem Flachgau war von der Lawine erfasst und zirka einen Meter tief verschüttet worden. Der Auslöser des Schneebrettes konnte sich an der Oberfläche halten. Die Tourengeherin wurde unverletzt aus den Schneemassen von ihren Kameraden geborgen, teilte die Gendarmerie mit.

Die übrigen Mitglieder der Tourengehergruppe hatten sich oberhalb der Lawine befunden und führten unverzüglich eine Grobsuche durch. Dabei wurde im unteren Bereich der Schneemassen ein Ski der Verschütteten gefunden. Die Tourengeherin wurde von ihren Kameraden geortet und ausgegraben. (apa/red)

28.12.2003 17:33