Sonntag, 28. Dezember 2003

Gehrer: Frühwarnsystem statt Aufsteigen mit Fünfer

  • Ministerin wendet sich gegen Vorschlag ihrer Kommission
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Schüler, die sich angesichts der Vorschläge der "Zukunftskommission" über Einschränkungen des Sitzenbleibens Hoffnungen auf ein leichteres Schulleben gemacht haben, werden enttäuscht sein: Bildungsministerin Gehrer hält nichts vom automatischen Aufsteigen mit Fünfern und setzt stattdessen auf bestehende Instrumentarien.

"Auch ich bin für weniger Klassenwiederholungen, das ist ein gutes Ziel, aber Leistung muss ein. Deswegen muss man schauen, dass es so wenig Fünfer wie möglich gibt", sagte Gehrer im Gespräch mit der APA. Sie hat deshalb alle Landesschulräte ersucht, verstärkt das bereits vor einigen Jahren gesetzlich verankerte "Frühwarnsystem" zur Vermeidung eines "Nicht Genügend" einzusetzen.

Die von Gehrer eingesetzte Zukunftskommission für das österreichische Schulwesen hat vorgeschlagen, eine Klasse nur mehr dann zu wiederholen, wenn Schüler oder Eltern dies nach Beratung der Schule "ausdrücklich wünschen oder wenn ein Schüler mindestens in zwei Gegenständen mit Nicht Genügend beurteilt wird und insgesamt in mehr als der Hälfte der Pflicht- und Wahlgegenstände keine bessere Note als Genügend aufweist".

Gehrer bittet dagegen in dem Brief die Landesschulräte, die Direktoren und Lehrer auf das "Frühwarnsystem" hinzuweisen. Sie sollen Erziehungsberechtigte und Schüler rechtzeitig über ein drohendes Nicht Genügend informieren und gemeinsam ein pädagogisches Förderkonzept erarbeiten, das dem Schüler hilft, das Schuljahr positiv abzuschließen, so Gehrer.

Neu einführen will die Ministerin ein "mittleres Management" an den Schulen. So könnte ein Lehrer etwa mit der Qualitätssicherung der Schule betraut werden, ein anderer mit der Entwicklung des Schulprogramms oder mit der schulinternen Lehrerfortbildung. Bei den Rückmeldungen auf die Vorschläge der Expertenkommission würde der Bereich "Professionalisierung und Stärkung des Lehrberufs" an erster Stelle liegen. "Da sieht man, dass die Sehnsucht der Lehrer nach Anerkennung da ist und die sollte man ihnen endlich in der Öffentlichkeit geben, sagte Gehrer. (APA/red)

28.12.2003 09:50