In Österreich: 30.000 Kinder leben von Sozialhilfe
- Schenk: "Politiker nehmen ein gewisses Maß an Armut zunehmend in Kauf"
Die Zahl der Sozialhilfebezieher steigt. Österreichweit würden bereits 30.000 Kinder von Sozialhilfe leben, zog die Armutskonferenz am Dienstag eine "soziale Jahresbilanz". "Armutsprävention scheint für die verantwortlichen Politiker ein Fremdwort zu sein. Ein gewisses Maß an Armut wird zunehmend in Kauf genommen", kritisierte Martin Schenk von der Armutskonferenz.
"Ein weiterer Anstieg der Zahl jener Menschen, die Sozialhilfe in Anspruch nehmen müssen, ist zu erwarten", so Schenk. Schon 2003 habe sich die Zahl der Sozialhilfebezieher in Wien verdoppelt, in Niederösterreich sei sie um zehn Prozent angestiegen und auch aus Tirol sei ein Anstieg gemeldet worden.
Mit einer Unterschriftenaktion spricht sich die Armutskonferenz gegen den zunehmenden Umstieg der Sozialpolitik in ein "Almosenwesen" aus. Die 9.000 Unterschriften für die Sicherung sozialer Grundrechte und gegen die im Regierungsprogramm angekündigte Streichung der Notstandshilfe werden Bundeskanzler Schüssel und den Ministern Haupt, Bartenstein und Grasser als "spezielle Weihnachtsgrüße" geschickt.
"Armutsvermeidung und -bekämpfung sind im siebtreichsten Land der Welt allein eine Frage der politischen Priorität. Anstatt soziale Grundrechte zu sichern, geht es in Österreich jedoch immer mehr in Richtung eines unsicheres Armenwesen", kritisierte Schenk. Durch die Sicherung sozialer Grundrechte und des Zugangs zu öffentlichen Gütern und Dienstleistungen könnte vermieden werden, dass Menschen überhaupt in die Sozialhilfe abrutschen. (apa)
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