Dienstag, 23. Dezember 2003

Österreichischer Saxophonist Hans Koller gestorben

  • Er starb 82-jährig an den Folgen einer Lungenentzündung

Der österreichische Saxophonist und Komponist Hans Koller, der erste heimische Jazz-Musiker von Weltgeltung, ist tot. Er starb am Montag in Wien an den Folgen einer Lungenentzündung, wie der ORF am Dienstag im Radio-Morgenjournal meldete. Koller wäre im Februar 83 Jahre alt geworden.

Hans Koller wurde am 12. Februar 1921 in Wien geboren. Sein Vater, Eisenbahner und engagierter Sozialist, förderte frühzeitig den Wunsch des Sohnes, Saxophon und auch Jazz zu spielen. 1935, als 14- Jähriger, wurde Koller auf Grund seiner Vorkenntnisse gleich in das fünfte Semester der Wiener Musikakademie aufgenommen. Bereits damals spielte er Jazz und trat auch auf.

In der amerikanischen Kriegsgefangenschaft stellte er eine Lagerband auf, die angeblich schuld daran war, dass er als einer der Letzten entlassen wurde. 1946 nach Wien zurückgekehrt, gründete Koller den "Hot Club Vienna". Vier Jahre später ging er nach Deutschland.

Weltbekannt wurde Koller in den fünfziger Jahren. Er spielte mit Musikern wie Dizzy Gillespie, Lee Konitz, Zoot Sims und Stan Kenton. 1958 trat er mit Benny Goodman und dessen Band bei der Weltausstellung in Brüssel auf. Beim ersten gesamteuropäischen Jazzfestival 1960 in Antibes wurde Koller als bester Solist ausgezeichnet. Trotz zahlreicher Angebote aus Amerika, wo er von Kritikern gefeiert und von den Größen des Jazz als gleichwertig angesehen wurde, zog Koller es vor, in Europa zu bleiben. Seit den sechziger Jahren beschäftigte er sich außerdem intensiv mit dem Malen und Komponieren. (apa)

23.12.2003 10:46