Zugunglück in NÖ: Brand gelöscht - Explosionsgefahr gebannt
- 200 Feuerwehrleute im Einsatz - 150 Anrainer evakuiert
- PLUS: Die Bilder der schwierigen Löschaktion!
Nach einem Güterzug-Unfall im Bereich des Bahnhofes Himberg (Bezirk Wien-Umgebung) hat am Dienstag in der Früh höchste Explosionsgefahr bestanden. Mehrere mit Methanol beladene Kesselwaggons waren entgleist, umgestürzt und in Brand geraten. Etwa 200 Feuerwehrleute standen im Einsatz. Rund 150 Anrainer wurden evakuiert. Verletzt wurde niemand. Die Ostbahn blieb vorübergehend gesperrt.
Zu dem Unfall an der Kreuzung Industriestraße/Feldgasse in der Gemeinde im Süden von Wien war es aus vorerst ungeklärter Ursache gegen 2.25 Uhr gekommen, teilte die Sicherheitsdirektion mit. Laut ÖBB war der siebente Waggon des aus Hegyeshalom (Ungarn) kommenden, mit 779 Tonnen Methanol beladenen Güterzuges aus den Schienen gesprungen. Daraufhin seien auch weitere Wagen abgetrennt worden, zum Teil entgleist und leck geschlagen. Neun der 13 mit dem leicht entzündlichen Industriealkohol beladenen Waggons hätten zu brennen begonnen. Insgesamt seien zwölf Wagen entgleist. Der Güterzug hatte aus 22 bestanden.
Nach Angaben der Feuerwehr war der Brand relativ rasch unter Kontrolle. Der Einsatz dauerte dennoch an, da die Kesselwaggons mit Schaum gekühlt werden mussten. Diese Maßnahme sollte ein Wiederaufflammen verhindern. Außerdem waren der Bahndamm und Schächte auf Kontamination zu überprüfen. Wegen Verunreinigung durch Methanol müsse im Unfallbereich vermutlich Erdreich abgetragen werden, teilte Feuerwehrsprecher Jörg Würzelberger mit.
150 Anrainer wurden vorübergehend aus Einfamilienhäusern evakuiert, so die Sicherheitsdirektion. Zwei Straßenverbindungen, die B15 und die L 2020, wurden gesperrt. Zudem war das Übergreifen der Flammen auf eine nahe liegende Chemiefabrik zu verhindern.
Als Unglücksursache werde ein technisches Gebrechen vermutet, sagte ein Sprecher der ÖBB. Für den Pendlerverkehr auf der Ostbahn wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Internationale Zugverbindungen mussten teilweise großräumig umgeleitet werden. Mit Verspätungen war daher zu rechnen. (apa)
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