Samstag, 20. Dezember 2003

RTL in Alta Badia: Davide Simoncelli feiert ersten Sieg!

  • Italiener triumphiert vor Palander & Miller. Raich als bester ÖSV-Läufer 5.!
  • PLUS: Alle Infos zur Ski-Weltcup-Saison 2003/04!

Der Ski-Weltcup hat ein neues Siegergesicht: Davide Simoncelli feierte beim Riesentorlauf in Alta Badia den ersten Erfolg seiner Karriere. Der Italiener distanzierte den zweitplatzierten Kalle Palander (FIN) um 1,03 Sekunden, Dritter wurde Bode Miller (USA/+1,21). Für die schwachen, teilweise körperlich ausgelaugten Österreicher war auf dem Podium kein Platz. Auch der fünfte Rang von Benjamin Raich (+1,99) konnte eine schwache Gesamtleistung des ÖSV-Teams nicht kaschieren.

Der zweitbeste Österreicher war Stephan Görgl als 14. (3,14 Sekunden zurück), dahinter folgten Heinz Schilchegger und Hans Knauß auf den Rängen 15 und 16. Laut eigenen Angaben "völlig kraft- und saftlos" verabschiedete sich Hermann Maier in die kurze Weihnachtspause, der Leader im Gesamt-Weltcup wurde 26. und verlor auf Simoncelli unglaubliche 4,64 Sekunden.

Unterm Strich sind die ÖSV-Herren in Alta Badia seit 1997 (Christian Mayer) sieglos.

Tomba bejubelte bärenstarke Italiener
Ganz anders die Italiener, die angefeuert von tausenden Azzurri mit Sieger Simoncelli, Massimiliano Blardone (4.), Arnold Rieder (7.) und Alberto Schieppati (8.) vier Athleten unter die Top-8 brachten. Da jubelte selbst Italiens Ski-Legende Alberto Tomba im Zielraum fleißig mit. Und Simoncelli, der in Rovereto in der Nähe von Alta Badia zu Hause ist, durfte sich über die fette Siegesprämie von 31.000 Euro freuen. "Ich wollte hier aufs Stockerl kommen, ich habe nie erwartet, zu gewinnen. Wunderbar!", freute sich der Sieger.

"Uns fehlt nichts, das ist einfach der Hang"
ÖSV-Mann des Tages war Benni Raich. "Besser als nichts. Ich habe die Strecke zwar nicht hundertprozentig im Griff, aber es wird von Mal zu Mal besser", meinte der Pitztaler. Die restlichen Österreicher mussten Ursachenforschung betreiben. Oder auch nicht. "Uns fehlt im Riesentorlauf nichts, das ist einfach nur der Hang", will Rainer Schönfelder (23.) von einem ÖSV-Problem im Riesentorlauf nichts wissen. Das "Alta-Badia-Problem" lässt sich hingegen kaum leugnen.

Herminator völlig fertig
Was Maier fehlte, war einfach die Power. "Ich hatte schon am Start konditionelle Schwierigkeiten. Das war mein schlechtester Riesentorlauf, das war kein Spaß", meinte ein völlig ausgepumpter, leerer "Herminator" nach einer brutalen Weltcup-Woche in Italien. Ähnlich klangen die Worte von Hans Knauß: "Ich hatte kein Schmalz mehr."

Eberharter nicht einmal für Finale qualifiziert
Gleich einen Durchgang früher in die Feiertage verabschiedet hatte sich Gesamtweltcup-Sieger Stephan Eberharter. "Ich muss jetzt die richtige Balance zwischen Pause und Training finden", meinte der Zillertaler, der so wie seine Allrounder-Kollegen bereits aus dem letzten Loch pfiff. Eberharter verpasste das Finale der Top-30 als 32. um 0,15 Sekunden und trat darauf gleich die Heimreise an.

(apa/red)

20.12.2003 15:53