Sonntag, 21. Dezember 2003

Dienstverweigerern in israelischer Armee droht Militärprozess

  • 13 Elitesoldaten verweigerten Dienst in Palästinenser-Gebieten
  • "Diesen Soldaten gehört die Uniform abgenommen"

Die israelischen Elitesoldaten, die den Militärdienst in den Palästinensergebieten verweigern wollen, müssen sich nach den Worten des stellvertretenden Verteidigungsministers Seev Boim wegen Befehlsverweigerung vor einem Militärgericht verantworten.

"Diesen Soldaten gehört die Uniform abgenommen", sagte Boim am Montag im öffentlichen israelischen Rundfunk. Sie müssten wegen "Ungehorsam und Rebellion" verurteilt werden, "unabhängig davon, in welcher Einheit sie dienen".

13 Reservisten einer dem israelischen Generalstab unterstellten Eliteeinheit schrieben in einem Brief an Ministerpräsident Ariel Sharon, sie würden nicht länger ihr "Leben für die Unterdrückung in den Palästinensergebieten und die Verweigerung der Menschenrechte für Millionen Palästinenser geben". Zuvor war von 15 Dienstverweigerern die Rede gewesen.

Die in Israel als Helden gefeierten Soldaten gehören der Einheit Sajeret Matcal an, die früher vom späteren Ministerpräsidenten der Arbeitspartei, Ehud Barak, kommandiert wurde und 1976 an der spektakulären Geiselbefreiung von Flugzeugpassagieren auf dem ugandischen Flughafen Entebbe beteiligt war. (apa)

21.12.2003 21:48