Boot mit 60 Flüchtlingen vor türkischer Küste gesunken
- Mehrere Leichen vor Rhodos angeschwemmt
Zwischen der türkischen Mittelmeerküste und der griechischen Insel Rhodos sind vermutlich etwa 60 Flüchtlinge ertrunken. Ihr Boot erlitt am Wochenende Schiffbruch, und bis Sonntagabend wurden vor Rhodos mindestens sieben Leichen im Meer entdeckt, wie die Behörden mitteilten. Bis zu diesem Zeitpunkt war nur ein einziger Überlebender, ein Iraner, geborgen worden.
Der türkische Gouverneur Hüseyin Aksoy erklärte, das Boot sei am Samstagabend von Marmaris im Südwesten der Türkei in Richtung Rhodos in See gestochen. An Bord seien rund 60 Flüchtlinge gewesen, zumeist aus Jordanien, dem Irak und Afghanistan.
Der überlebende Iraner wurde am Samstagabend im Meer treibend aufgegriffen. Er hatte sich an ein Stück Holz geklammert. Nur von ihm erfuhren die Behörden überhaupt von dem Unglück. Er gab laut einem Bericht des türkischen Fernsehsenders NTV an, das hölzerne Boot habe sich plötzlich mit Wasser gefüllt und sei sofort gesunken. An Bord waren nach seinen Angaben auch eine Frau und ein zehnjähriges Mädchen.
Bisher fehle von dem Schiff jede Spur, sagte Aksoy. Rettungskräfte waren mit Schiffen und Hubschraubern auf der Suche nach Überlebenden, auch die griechischen Behörden sagten laut Aksoy ihre Hilfe zu. Während die halbamtliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, das Boot sei vermutlich 15 Kilometer von Marmaris entfernt gesunken, ging der Gouverneur von einem Schiffbruch näher an Rhodos aus.
Jedes Jahr versuchen Tausende Menschen aus dem Nahen Osten, Afrika und Asien über die Türkei nach Europa zu gelangen. Mehrere EU-Länder drängen die Regierung in Ankara, härter gegen illegale Einwanderung durchzugreifen. (APA)
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