Sonntag, 21. Dezember 2003

Haider legt nach: "Die Wahrheit tut manchmal weh"

  • Harte Kritik Darabos' an Saddam-Sager: "Haider ist unbelehrbar und nicht bei Trost"
  • Bleckmann: "Haider ist Ziel einer Vernichtungskampagne"

Jörg Haider kann es nicht lassen! Mit ganzseitigen Inseraten in den Kärntner Tageszeitungen versuchte am Sonntag Kärntens LH Haider seine Aussagen im Zusammenhang mit der Verhaftung des irakischen Ex-Diktators Saddam Hussein zu rechtfertigen. Die Aktion löste bei SPÖ und Grünen heftige Kritik und neuerliche Rücktrittsaufforderungen aus. FPÖ-Generalsekretärin Bleckmann verteidigte den Landeshauptmann und wies die Kritik zurück.

Der Irak-Krieg sei "ein neuer Akt der Willkür unter Missachtung des Völkerrechtes" gewesen, erklärte Haider im Inseratentext. Den USA sei es nicht um Freiheit und Gerechtigkeit, sondern um die Ölreserven gegangen. Unter dem Titel "Die Wahrheit tut weh" betonte Haider, er werde weiterhin Unrecht anprangern und für Gerechtigkeit eintreten.

Hefite Kritik an Haider
SPÖ-Bundesgeschäftsführer Darabos nannte Haider deshalb "einfach unbelehrbar und offensichtlich nicht mehr bei Trost". Bundeskanzler Schüssel und Außenministerin Ferrero-Waldner müssten Haider umgehend zu Rücktritt auffordern, verlangte Darabos.

Der Kärntner SPÖ-Vorsitzende LHStv. Ambrozy sagte, es sei untragbar, wenn Haider seine inakzeptablen und antidemokratischen Äußerungen in Zeitungsinseraten noch untermauere. Haiders Ausritte gingen der Bevölkerung längst "auf den Wecker", kritisierte der SPÖ-Chef, der den Landeshauptmann erneut zum Rücktritt aufforderte.

Der Kärntner Landessprecher der Grünen, Rolf Holub, sagte, es sei nichts Neues, dass "der Täter Haider versucht, sich als Opfer darzustellen". Holub forderte die Offenlegung der Kosten für diese "Selbstbeweihräucherung", die der FPÖ verrechnet werden müssten. In der "Kärntner Tageszeitung" war das Haider-Inserat allerdings mit "Bezahlte Anzeige der FPÖ" gekennzeichnet.

Bleckmann stellt sich hinter Haider
FPÖ-Generalsekretärin Bleckmann warf Darabos vor, "mit Schaum vorm Mund Unwahrheiten" von sich zu geben. In Österreich dürfe anscheinend jeder ungestraft die Wahrheit sagen, "außer man heißt Jörg Haider und ist das Ziel einer beispiellosen, menschenverachtenden Vernichtungskampagne der politischen Gegner," Bleckmann weiter. (APA)

21.12.2003 15:57