Sonntag, 21. Dezember 2003

Schönborn: "Auch Politiker können selig werden"

  • Stellungnahme zur Seligsprechung Karls I. durch den Papst
  • PLUS: Papst hält absoluten Rekord an Seligsprechungen!

Eine Seligsprechung des letzten österreichischen Kaisers Karl I. könne zeigen, dass man auch als politisch Verantwortlicher Christ sein und als Christ leben kann, stellte Kardinal Christoph Schönborn am Sonntag laut Kathpress in einem ORF-TV-Interview zur römischen Entscheidung im Seligsprechungsverfahren für den letzten österreichischen Kaiser fest.

Die Person des letzten Kaisers sei in Österreich nicht unumstritten, man müsse aber sehen, dass Karl I. den Ersten Weltkrieg sozusagen "geerbt" hatte, erinnerte der Wiener Erzbischof: "Er wollte diesen Krieg nicht und hat alles versucht, um seine Länder durch einen Sonderfrieden aus diesem Krieg herauszunehmen."

Karl I. sei ein "Mann des Friedens" gewesen, insbesondere für seinen letzten Lebensabschnitt gebe es auch viele Zeugnisse, dass er ein "sehr ausgeprägtes christliches Leben" geführt habe, stellte Kardinal Schönborn fest. Dagegen werde eingewendet, dass es viele gute Christen gibt, die deshalb nicht alle selig gesprochen werden.

Die der Fürsprache Karls I. zugeschriebene und von einer Kommission aus Ärzten und Theologen bestätigte wunderbare Heilung bedeute aber so etwas wie die "Unterschrift des Himmels", ein Zeichen, dass Karl I. in außergewöhnlicher Weise um die Verwirklichung eines christlichen Lebens bemüht war. Kaiser Karl soll posthum eine brasilianische Nonne von ihren Krampfadern geheilt haben. Nach den Angaben seines Enkels Georg Habsburg-Lothringen ist die Frau todkrank gewesen. (APA/red)

21.12.2003 13:39