Samstag, 20. Dezember 2003

Rotes Kreuz für Sozialdienst, falls Wehrpflicht fällt

  • Kopetzky: Leistungen ohne Zivildiener "mehr als gefährdet"

Sollte die Wehrpflicht und damit der Zivildienst wegfallen, müsste ein verpflichtender Sozialdienst eingeführt werden, forderte der Geschäftsführer des Roten Kreuzes, Wolfgang Kopetzky in der ORF-Radio-Reihe "Im Journal zu Gast". Ohne die rund 3.000 Zivildiener wären verschiedene Leistungsbereiche des Roten Kreuzes - vom Krankentransport bis zur Altenpflege - "mehr als gefährdet". Den Sozialdienst sollte nach Vorstellungen des Roten Kreuzes alle, auch junge Frauen, leisten müssen.

Es sei "höchste Zeit nachzudenken, was für Notwendigkeiten im Sozialbereich auf Österreich zukommen", etwa im Pflegebereich, meinte Kopetzky. Die Bundesheer-Reformkommission lasse "zu sehr außer acht", was passieren würde, wenn der Zivildienst wegfällt. Deshalb bringe das Rote Kreuz diesen "bewusst eher radikalen Vorschlag" ein, um die "Diskussion anzuheizen".

Neun Monate sollte der verpflichtende Sozialdienst dauern, die Bezahlung sollte die selbe sein wie jetzt beim Zivildienst. Außerdem sollte während der Sozialdienstzeit die Berufsausbildung möglich gemacht werden, umriss Kopetzky das Modell.

Er argumentierte auch mit dem Arbeitsmarkt: 50.000 bis 60.000 junge Menschen würden pro Jahrgang dafür in Frage kommen. In der in Frage kommenden Altersgruppe seien derzeit schon 40.000 arbeitslos. Diese Zahl würde sich beträchtlich erhöhen, wenn die Wehrpflicht wegfällt, so Kopetzky. (APA/red)

20.12.2003 13:06