Sex-Missbrauch in der Kirche: Tiroler Pfarrer gesteht!
- 10 Ministranten sollen missbraucht worden sein, die Übergriffe liegen 20 Jahre zurück. Abt entschuldigt sich bei den Opfern!
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Ein neuer Fall von Sex-Missbrauch sorgt für einen Kirchen-Skandal: Im heiligen Land Tirol wurde ein Pfarrer aus der Gemeinde abgezogen. Er soll sich an 10 Ministranten vergangen haben! Der Geistliche soll gestanden haben. Und der Abt entschuldigte sich bei den Opfern.
Der Wiltener Abt Raimund Schreier hat einen seiner Priester von dessen Aufgabe als Pfarrer der Gemeinde Sellrain (Bezirk Innsbruck-Land) entbunden. Wie es in einer am Dienstag veröffentlichten Erklärung hieß, gebe es Vorwürfe sexueller Übergriffe an Kindern und Jugendlichen. Die Vorfälle würden 20 Jahre zurückliegen.
"Als Vorwürfe von sexuellen Übergriffen an Kindern und Jugendlichen durch den Pfarrer für mich zur moralischen Gewissheit geworden sind, habe ich sofort veranlasst, ihn von seiner Aufgabe als Pfarrer von Sellrain zu entbinden. Diese Verfügung bleibt bis zur Klärung der Vorwürfe aufrecht. Sie beziehen sich auf Vorfälle, die rund 20 Jahre zurück liegen", hieß es in der Erklärung des Abtes.
Er bedaure die Vorkommnisse zutiefst und wolle sich im Namen des Stiftes Wilten bei allen Betroffenen entschuldigen. Ihnen gelte zuerst und vor allem seine Aufmerksamkeit. Denn jeder sexuelle Kontakt mit Kindern und Jugendlichen sei eine Grenzüberschreitung und damit Unrecht.
Er, Schreier, werde sich für die seelische Aufarbeitung einsetzen. Die Betroffenen sollten wissen, dass sie auf die Unterstützung des Stiftes Wilten bauen könnten. Der Abt ersuchte alle, die in ähnlicher Weise verletzt worden seien, sich an ihn (Klostergasse 7, 6020 Innsbruck, Tel. 0512/58 30 48 DW 24), Karin Urban (Zentrum für Ehe- und Familienfragen, Tel. 0512/58 08 71) oder Hans Tauscher (Psychotherapeut, Tel. 0676/8730 2120) zu wenden. Diese seien die offiziellen Ansprechpersonen der "Kommission gegen die Ausübung von Missbrauch und Gewalt durch kirchlich Verantwortliche" der Diözese Innsbruck.
Er setze diesen Schritt auch, "weil ich in der Öffentlichkeit klarstellen möchte, dass das Stift Wilten mit allem Nachdruck an der Aufklärung der Vorwürfe interessiert ist und keine Verschleierung duldet, weil das Vertrauen der vielen Kinder und Eltern in die Seelsorge und zu den Seelsorgern keinen Schaden nehmen darf, weil ich laut päpstlicher Weisung verpflichtet bin, "nur bei vager Kenntnis von einer derartigen Straftat" (Motu proprio, 18. Mai 2001) eine Untersuchung einzuleiten".
Der betroffene Pfarrer entschuldige sich bei allen Betroffenen. Er habe auch seine Bereitschaft signalisiert, sich der Aufarbeitung in einer Therapie zu stellen. (APA/red)
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