Böhmdorfer fordert erneut härtere Strafen für Kindesmisshandlung
- Von drei Jahren könnte man zur Abschreckung eine Erhöhung um zwei Jahre überdenken.
- Nach dem "Fall Jaqueline" will der Minister endgültig durchgreifen. Kinder sind weniger geschützt als Erwachsene!
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Nach seinem aufsehenerregenden Interview in NEWS Nr.50 präzisierte Justizminister Böhmdorfer heute seine Forderungen nach verschärfter Bestrafung von Kindesmisshandlung. Auslöser für die aktuelle Diskussion waren die schockierenden Vorkommnisse letzter Woche um die schwerstens missbrauchte Jaqueline.
Kindesmisshandlung soll höher bestraft werden
Justizminister Böhmdorfer insisziert auf eine Erhöhung der Strafsätze für Kindesmisshandlung. Der Strafrahmen für das Quälen von Kindern sollte seiner Meinung nach angehoben werden, erklärte er Montag im ORF-"Mittagsjournal". Vor Kurzem hat der Fall der von ihrem Vater und ihrer Stiefmutter schwerstens misshandelten zehnjährigen Jaqueline für Aufsehen gesorgt.
Böhmdorfer verweist darauf, dass der Strafrahmen für das Quälen Unmündiger bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe beträgt, während er für absichtliche schwere Körperverletzung bis zu fünf Jahren reicht. Hier bestehe ein "Missverhältnis", erfordere doch das "massive, ständige, menschenverachtende Quälen" von Kindern mehr kriminelle Energie, meinte Böhmdorfer. Deshalb sollten die Strafrahmen überdacht werden.
Der Minister hat die "Expertenkommission zur Überprüfung der strafrechtlichen Reaktionen in Österreich" gebeten, sich mit dem Thema zu befassen. Auch deren Vorsitzende Brigitte Bierlein hält die Strafdrohung für Kindesmisshandlung für zu niedrig. Sie verweist allerdings darauf, dass die Expertenkommission thematisch eingeschränkt sei, nämlich auf die Diversion. (apa,red)
