Christiane Hörbiger: "Ich trete nicht an"
- Intim. Die Grande Dame des deutschsprachigen Fernsehens über Sex im Alter, ihre Existenzängste und ihr Leben nach Julia.

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Das Gerücht der Woche: Wird Hörbiger Bundespräsidentin? In NEWS nimmt die Diva erstmals ausführlich Stellung.
Vergangener Sonntag, 11 Uhr Vormittag: Christiane Hörbiger, 65, zweifelsfrei die erste Diva des deutschsprachigen Films, lädt zum NEWS-Interview.
Es ist ein Sandwich-Termin, knapp eingebettet zwischen einem Event der Kristalldynastie Swarovski und dem Abflug zur Beckmann-Show nach Hamburg. Und doch wurde aus dem Blitzgespräch dann ein rund eineinhalbstündiges ausführliches Interview im Innsbrucker Hotel Europa.
Der akute Anlass: Mitte der Woche detonierte eine Falschmeldung an einem medialen Ort, den man diesbezüglich gemeinhin für den Hort der Sicherheit gehalten hatte. Die Presse vermeldete in bisher ungeahnter Sensationsgier auf der Titelseite Folgendes: Christiane Hörbiger würde von der ÖVP auf ihre Tauglichkeit als Kandidatin für die Wahl zur Klestil-Nachfolge abgetestet.
Presse-Ente. Freilich: Von der fetten Meldung im konservativen Printorgan mit dem großen Horizont hinterblieb tags drauf nicht viel mehr als ein paar zerrupfte Entenfedern. Hörbiger dementierte gleichwohl umgehend wie entrüstet, und dem geneigten Leser blieb als Licht am großen Horizont die Einsicht, dass hinter den Bergen des Boulevards manchmal auch noch ein sanfter Hügel bürgerlicher Sensationslust aufragt.
Es verstrich knapp eine Woche, ehe sich die Presse vom Trottoir aufraffte und ein schmales Dementi abdruckte.
Und in NEWS legt die Hörbiger erstmals ausführlich dar, warum sie nicht für das Amt zur Verfügung stehen wird. Das Interview wurde aber auch ein Gespräch über ihr Leben nach Julia, neue Filmprojekte und die Erotik im Alter. Lesen Sie die Bekenntnisse der Primadiva, die wahrlich nie Bundespräsidentin werden will.
NEWS: Frau Kammerschauspielerin
Hörbiger: Das bin ich nicht.
NEWS: Noch nicht aber der Berufstitel Kammerschauspielerin steht unmittelbar bevor. Der Ernennungsakt liegt, heißt es, schon am Tisch des Bundespräsidenten zur Unterschrift.
Hörbiger: Wenn es stimmt, was Sie sagen, finde ich es höchst ehrenvoll, dass meine Arbeit so hohe Anerkennung findet.
NEWS: Man nennt Sie die Hörbiger ist das nicht schon die höchste aller Auszeichnungen?
Hörbiger: Sie beglückt mich. Als Schauspielerin empfinde ich das als höchste aller Ehrungen.
NEWS: Sie haben Mörderinnen, Richterinnen und Volksanwältinnen und zahllose andere Rollen gespielt. Könnten Sie sich auch als Bundespräsidentin vorstellen?
Hörbiger: Ja, doch! Tatsächlich gab es vor vier oder fünf Jahren ein Gespräch mit einigen Herren der ARD, in dem das Thema gestreift wurde, ob eine Frau, die als Richterin Karriere gemacht hat, auch am Ballhausplatz als Bundespräsidentin gute Arbeit leisten könnte. Die Rolle hätte mich sogar sehr gereizt. Später wurde der Plan wieder fallen gelassen.
NEWS: Sie sprechen von der Rolle der Bundespräsidentin, die Presse hat Sie aber als echte Hofburg-Kandidatin geoutet.
Hörbiger: Das hat mich überrascht und erschreckt. Ich habe das am 12. November von meinem Produzenten erfahren, und ich habe spontan an einen Faschingsscherz gedacht. Nur war der Faschingsbeginn der 11. 11. und die Presse-Meldung einen Tag später. Nun meine ich, dass sich Schauspieler über Zeitungsenten nicht so wahnsinnig aufpudeln sollten, zumal morgen schon wieder eine andere Sau durchs Dorf gejagt wird. Aber die parteipolitische Zuordnung
NEWS:
zur ÖVP
Hörbiger:
hat mich dann doch sehr betroffen gemacht. Ich bin eine vollkommen frei schaffende Schauspielerin, die keiner Partei nahe steht, die von keiner staatlichen Institution unterstützt wird und die weder zum ORF noch zu einem sonstigen Staatstheater in Abhängigkeit steht. Ich bin stolz darauf, in einem Land leben zu können, in dem ich mir als Demokratin das Recht herausnehmen kann, sowohl den Dr. Pröll als auch den Dr. Häupl als gute Politiker zu bezeichnen. Auch der Dr. Kreisky wurde von mir sehr geschätzt. Umso mehr habe ich mich dann darüber geärgert, dass ich medial in eine parteipolitische Ecke gestellt werde. Ich habe daher überlegt, ob ich nicht eine Gegendarstellung einbringen soll. Dann aber habe ich das unterlassen: Solche Zeitungsmeldungen sind doch nicht so wichtig, dass ich meine Zeit für sie opfern sollte.
Das komplette Interview lesen Sie im neuen NEWS
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