Donnerstag, 20. November 2003

Telekom Austria: Swisscom weiter an Übernahme interessiert

  • Übernahme noch 2003 aber eher unwahrscheinlich

Die Swisscom, der größte Schweizer Telekomkonzern, ist weiterhin an der österreichischen börsenotierten Telekom Austria (TA) interessiert, wird aber eher Aktien zurückkaufen, sagte Swisscom- Chef Jens Alder am Donnerstag. Die Swisscom hat im dritten Quartal 2003 bei stagnierendem Umsatz weniger verdient. Der Reingewinn sank um 2,1 Prozent auf 422 Mio. Franken.

"Unser Interesse an der Telekom Austria ist ungebrochen", sagte Alder. Die Preisvorstellungen der Österreicher seien aber weiterhin zu hoch. Geprüft werde auch eine gemeinsame Expansion nach Südosteuropa. Die Möglichkeiten für eine Übernahme noch im Jahr 2003 sind laut Alder allerdings klein. Sehr wahrscheinlich werde die Swisscom deshalb ihren Aktionären 1 bis 1,5 Mrd. Franken in Form eines Aktienrückkaufes zurückgeben.

ÖIAG: Niemand wird weggeschickt
Die ÖIAG hält sich bei dem im Privatisierungsauftrag der Regierung vorgegebenen Verkauf von bis zu 100 Prozent ihres Anteils an der Telekom Austria (TA) alle Optionen offen, auch den Verkauf an einen strategischen Interessenten.

Dass die Swisscom weiterhin an einem Einstieg interessiert sei, wie Swisscom-Chef Jens Alders am Donnerstag erklärte, ist der Staatsholding nach den Worten von ÖIAG-Sprecherin Viktoria Kickinger zwar nicht bekannt. Die ÖIAG sei aber "verpflichtet, alle Angebote, die hereinkommen, zu prüfen", sagte Kickinger am Donnerstag zur APA. Die Tür für Gespräche mit "Strategen" steht damit offen. "Niemand wird weggeschickt", betonte die Sprecherin.

Die Swisscom hatte bereits Anfang des Jahres versucht, die Telekom Austria zu übernehmen. "Die Verhandlungen waren aber nicht zielführend", wie Kickinger einräumte. Die Transaktion scheiterte an unterschiedlichen Preisvorstellungen. (APA/Red.)

20.11.2003 11:29