Mittwoch, 19. November 2003

Böhler-Uddeholm: Ab Freitag ganz privat

  • ÖIAG gibt über dritte Börsenplatzierung restliches Viertel ab
  • Fries-Gruppe wird österreichischer Kernaktionär

Ab Freitag gehört der bisherige Staatseinfluss bei Böhler-Uddeholm endgültig der Vergangenheit an. Mit der Platzierung des 25-prozentigen Restanteils über die Börse zieht sich die staatliche Beteiligungsholding ÖIAG zur Gänze aus dem Edelstahlkonzern zurück. Böhler-Uddeholm wird dann als erstes Großunternehmen der ehemaligen "Verstaatlichten" vollständig privatisiert sein.

Im Publikum gestreut werden 2,75 Millionen Aktien aus Beständen der ÖIAG. Die Staatsholding kann aus der Transaktion mit einem Verkaufserlös von 130 bis 135 Millionen Euro rechnen, zumal Analysten den Ausgabepreis pro Stammaktie in der Nähe des Börsenkurses erwarten.

Die Zeichnungsfrist für Kleinanleger und institutionelle Investoren endet am Donnerstag. Kapitalmarktexperten gehen davon aus, dass das Aktienpaket der ÖIAG problemlos platziert werden kann. Böhler-Chef Claus Raidl, derzeit noch auf Roadshow, um für Investoren zu werben, hatte im Vorfeld des Börsengangs, den die Banken Morgan Stanley und Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) managen, wiederholt von großem Interesse gesprochen.

Mit dem Börsengang, dem dritten seit dem Initial Public Offering (IPO) im April 1995 und dem Secondary Public Offering (SPO) im März 1996, erhöht sich der Streubesitz des Spezialstahlherstellers von bisher 44,8 auf 69,8 Prozent.

Größter Böhler-Einzelaktionär ist die Investoren-Gruppe um den Badener Rechtsanwalt Rudolf Fries, die eine Sperrminorität von 25,6 Prozent hält und mit dem Ausstieg der ÖIAG die Rolle als einziger österreichischer Kernaktionär übernimmt. (apa/red)

19.11.2003 11:09