Mittwoch, 19. November 2003

Milliarden-Investionen von Schweizer Unternehmen in China

  • Nestle betreibt im Reich der Mitte 20 Fabriken
  • Erstes Joint-Venture vor 20 Jahren

Schweizer Unternehmen haben in den letzten zwanzig Jahren fast vier Milliarden Franken (2,57 Mrd. Euro) in China investiert. Führend im Reich der Mitte ist der Nahrungsmittelkonzern Nestle mit rund zwanzig Fabriken und rund 10.000 Mitarbeitern. Nach Angaben des Berner Staatssekretariats für Wirtschaft (seco) war die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen China und der Schweiz bis Ende der 70er Jahre wenig entwickelt.

Zu einer Wende kam es 1980 mit dem Joint-Venture-Vertrag zwischen dem Luzerner Hersteller von Aufzügen Schindler und der China Construction machinery Corporation. Dabei handelte es sich um den ersten Vertrag dieser Art zwischen China und einer ausländischen Unternehmung. Dies hatte Signalwirkung: Eine Reihe anderer Schweizer Unternehmen wurden angezogen vom riesigen Markt und der Kaufkraft der chinesischen Mittelschicht.

Nach seco-Angaben sind derzeit rund 250 Schweizer Unternehmen in China tätig. Allein der Nahrungsmittelkonzern Nestle verfügt über 20  Fabrikationsanlagen, in denen insgesamt rund 10.000 Personen arbeiten. Seit 1992 in China präsent ist auch der Schweizer Elektrotechnikkonzern ABB - mit 6500 Angestellten in 17 Fabriken. Nach den Angaben eines ABB-Sprechers belief sich der Umsatz des Unternehmens in China im Jahr 2002 auf 1,5 Milliarden Franken.

China ist nach Japan der zweitwichtigste Handelspartner der Schweiz in Asien. Die Exporte nach China beliefen sich im Jahr 2002 nach seco-Angaben auf 2,046 Mrd. Franken. Die Schweiz führte ihrerseits Waren im Wert von 2,2 Mrd. Franken aus China ein. Laut dem chinesischen Botschafter in der Schweiz, Wu Chuanfu, gibt es noch "ein grosses Potential zur Intensivierung der Wirtschaftsbeziehungen", wie er auf Anfrage erklärte. Denn der Handel zwischen der Schweiz und China ist mit einem Anteil von 1,6 Prozent am Gesamtvolumen des Schweizerischen Aussenhandels vergleichsweise gering. (apa/red)

19.11.2003 11:02