Mittwoch, 19. November 2003

Opel erwartet für 2004 kleinen operativen Gewinn

  • Dieses Jahr werden noch Verluste geschrieben
  • Große Hoffnung setzt das Unternehmen auf den Opel Astra

Der seit Jahren Verluste schreibende Autobauer Opel rechnet nach den Worten von Vorstandschef Carl-Peter Forster im kommenden Jahr mit einem kleinen operativen Gewinn. "Angesichts des Marktes ist das ein strammes Ziel, aber wir werden es erreichen", sagte Forster.

"Dieses Jahr wird ein Verlustjahr sein", fügte er hinzu. Einzelheiten nannte er nicht. Das zum US-Autohersteller General Motors (GM) gehörende Unternehmen schreibt seit Jahren im operativen Geschäft Verluste. Reuters hatte jüngst aus unternehmensnahen Kreisen erfahren, bei Opel könnte in diesem Jahr ein operativer Verlust in dreistelliger Millionenhöhe anstehen.

"Wir sind in eine schwierige Phase gefallen", ergänzte Forster. Der Automobilmarkt schrumpfe seit vier Jahren und auch 2004 werde kein einfaches Jahr. Die Vorhersagen für das Wachstum des Automobilmarkt lägen zwischen null und fünf Prozent. "Wir glauben aber, dass wir trotz eines schwierigen Marktes, tendenziell Marktanteile gewinnen werden", sagte Forster.

Hoffnungsträger Opel Astra
Große Hoffnung setzt das Unternehmen auf den Opel Astra, der in Konkurrenz zum bereits erhältlichen neuen Golf-Modell von Volkswagen steht. Der Astra soll in drei bis vier Monaten auf den Markt kommen. Dass der neue Astra erst einige Monate nach dem neuen Golf zum Verkauf stehe, beunruhige ihn nicht, sagte Forster. Zufrieden zeigte er sich mit der Entwicklung der Automodelle Signum und den Mini-Van Meriva. "Signum läuft nach Plan, Meriva liegt über Plan", sagte der Vorstandschef. Mit dem Signum wolle Opel nicht familienorientierte Menschen ansprechen.

Opel hatte 2001 ein Sparprogramm eingeleitet, dass fünf Jahre dauern soll. In dem Zeitraum will Opel zehn Mrd. Euro bei Forschung und Entwicklung investieren. Forster zufolge sind 45 Prozent des Sparprogramms bereits umgesetzt worden.

Keine Fusion Opel - Fiat
Auf die Frage, ob die Möglichkeit eines Zusammengehens zwischen Opel und des angeschlagenen Industriekonzerns Fiat bestünde, sagte Forster: ""Ob es eine Fusion gibt, steht derzeit nicht in den Sternen." Fiat befinde sich gegenwärtig in einer ähnlichen Situation wie Opel vor ein bis eineinhalb Jahren. "Wir managen bereits 70 bis 75 Prozent der Gesamtkosten miteinander" erläuterte Forster. Opel und Fiat entwickeln unter anderem gemeinsam Motoren und Getriebe. GM besitzt einen 20-prozentigen Anteil an Fiat. (apa/red)

19.11.2003 10:28