Telekom Austria: 2003 mit starkem Gewinnzuwachs
- Gutes Ergebnis durch Mobilkom-Rückkauf, VIPnet-Anteilserhöhung und Herold-Verkauf
- derzeit keine Übernahme der Mobiltel geplant
Die börsenotierte Telekom Austria (TA) hat in den ersten drei Quartalen 2003 beim Gewinn kräftig zugelegt. Der Nettogewinn erhöhte sich um 38,8 Prozent auf 155,4 Mio. Euro, teilte das Unternehmen mit. Die TA-Gruppe, die das Festnetz-, Mobilfunk- und Internetgeschäft umfasst, hat damit die Schätzungen von Analysten übertroffen, die beim Umsatz im Schnitt 2,94 Mrd. Euro, beim EBIT 325,1 Mio. Euro und beim Nettoüberschuss 129,4 Mio. Euro erwartet hatten.
Der Nettogewinnzuwachs sei auf die Verbesserung des operativen Ergebnisses, auf die Auswirkungen des Rückkaufs des restlichen 25-prozentigen Anteils an der Mobilkom im Juni 2002 sowie auf die Anteilsaufstockung bei der kroatischen Mobilfunktochter VIPnet auf 99 Prozent zurückzuführen, teilte die TA mit. Auch der Ertrag aus dem Verkauf des 26-prozentigen Anteils an der Herold Business Data AG, dem führenden österreichischen Herausgeber von Telefonbüchern, in der Höhe von 18,4 Mio. Euro im dritten Quartal 2003 habe dazu beigetragen.
Abwärtstrend im Festnetzbereich
Im Festnetzbereich der Telekom Austria-Gruppe sei der Abwärtstrend in der Sprachtelefonie im dritten Quartal 2003 durch Umsatzzuwächse im Internet- und Datengeschäft sowie bei Großkunden teilweise ausgeglichen worden, teilte die TA mit. Der Marktanteil in der Sprachtelefonie stieg per Ende September 2003 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht von 52,1 auf 53,0 Prozent.
Im Mobilfunkbereich stieg der Umsatz um 6,6 Prozent auf 1,51 Mrd. Euro und lag damit volumensmäßig nur mehr knapp unter dem Umsatz des Festnetzbereichs (1,63 Mrd. Euro).
Die Zahl der ADSL-Anschlüsse erhöhte sich per Ende September 2003 von 151.600 auf 232.500. Vor allem im September sei die Zahl der Neuanmeldungen gestiegen, was aber vor allem auf verstärkte Vertriebsaktivitäten und weniger auf die steuerliche Absetzbarkeit von ADSL-Anschlüssen zurückzuführen sei, so die TA. Die Zahl der TA-Internetkunden (exklusive ADSL) stieg bis Ende September um 19,5 Prozent auf 960.200.
Im Festnetz- und Internetbereich gingen die Umsätze wegen der rückläufigen Sprachvolumina und niedrigeren Preise von Jänner bis September 2003 um 1,9 Prozent auf 1,63 Mrd. Euro zurück.
Die Zahl der Mobilfunkkunden erhöhte sich per Ende September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,6 Prozent auf 4,6 Millionen, auf Österreich entfielen dabei 3,1 Millionen (plus 5,4 Prozent). Der Marktanteil der Mobilkom Austria stieg dabei um 1 Prozentpunkt von 42,9 auf 43,9 Prozent.
Zahl der Mitarbeiter ging zurück
TA hält an ihrem Ziel, im Jahr 2004 eine Dividende zu zahlen, weiter fest. Die Auswirkungen aus dem Rückkauf des restlichen 25-Prozent-Anteils an der Mobilkom Austria sollten "zum erwarteten Anstieg des Nettoergebnisses" beitragen, was die Wiederaufnahme von Dividendenzahlungen für 2003 ermöglichen sollte.
Die Zahl der Mitarbeiter der TA-Gruppe ging per Ende September 2003 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 655 Beschäftigte auf 14.625 Beschäftigte zurück. Im Festnetzbereich wurden dabei 734 Stellen gestrichen, im Mobilfunkbereich kamen 79 neue dazu. Seit Jahresbeginn 2003 verließen im Festnetzbereich insgesamt 389 Mitarbeiter das Unternehmen, im Mobilfunkbereich kamen 63 Beschäftigte dazu.
Keine Übernahme der Mobiltel
Die Pläne der TA, die bulgarische Mobilfunkfirma Mobiltel zu übernehmen, seien "derzeit ad acta gelegt", es würden derzeit mit den Mobiltel-Eignern keine Verhandlungen geführt, sagte Generaldirektor Heinz Sundt. Die Suche nach Akquisitionsmöglichkeiten in Südosteuropa gehe aber weiter.
Allerdings würden sich dort derzeit realistischerweise kaum konkrete Akquisitionsmöglichkeiten bieten, gestand Sundt ein. (apa/red)
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