Dienstag, 18. November 2003

Außenhandel mit Nord- und Lateinamerika "bewölkt"

  • USA rutscht von 3. an die 4. Stelle als Handelspartner zurück
  • Deutschland, Italien und Schweiz führen die Liste an

Österreichs Außenhandel mit den Ländern in Nord- und Lateinamerika präsentiert sich heuer "bewölkt wie ein Novembertag". Die Prognosen für das kommende Jahr 2004 lassen jedoch ein "sonniges Frühjahr" erwarten, sagte der Leiter der Außenwirtschaft Österreich (AWO), Walter Koren, anlässlich der Außenhandelstagung "Nord- und Lateinamerika" in Wien.

Bei der Exportentwicklung Österreichs mit den Ländern dieser Region "wechseln sich Licht und Schatten ab", so Koren weiter. Insgesamt ist der Außenhandel mit Nord- und Lateinamerika in den ersten acht Monaten 2003 um 5,83 Prozent auf 3,3 Mrd. Euro zurückgegangen. Der Anteil dieser Länder an den Gesamtexporten Österreichs liegt laut Koren bei 6,54 Prozent.

Besonders für die USA, Österreichs wichtigstem Überseemarkt, würden die Gesamtjahresziffern besser ausfallen als die Außenhandelsdaten der ersten acht Monate 2003: Bis August d.J. ist den Angaben zufolge das Exportvolumen Österreichs mit den USA um 6,66 Prozent auf 2,5 Mrd. Euro gesunken. Die USA sind nunmehr viertwichtigster Handelspartner Österreichs - nach Deutschland, Italien und der Schweiz.

Die Handelsbilanz Österreichs mit den USA ist trotz des Exportminus in diesem Jahr dennoch positiv, räumte der Handelsdelegierte Österreichs in New York, Bruno Freytag, ein. Zudem dürfe nicht außer Acht gelassen werden, dass Österreich in die USA mehr Waren liefere als nach China und Japan zusammen, hieß es.

"Arnie" hilft dem Außenhandel
Auch das Image von "Governator" Arnold Schwarzenegger helfe den heimischen Exporten "gewaltig", waren sich Koren und der Handelsdelegierte in Los Angeles, Hans-Christian Kügerl, einig. Die Anfragen von österreichischen und auch US-Unternehmen seien seit der Wahl Schwarzeneggers zum Gouverneur von Kalifornien jedenfalls gestiegen. Das Veranstaltungsprogramm der AWO wurde auch entsprechend ausgeweitet, hieß es.

"Äußerst positiv" habe sich dagegen der Außenhandel Österreichs mit Kanada entwickelt, der "solide Anstieg der Exporte" habe sich auch heuer fortgesetzt: bis August sind Österreichs Lieferungen nach Kanada um 9,12 Prozent auf 365,6 Mio. Euro gestiegen. Kanada ist laut Koren ein "idealer Testmarkt" für österreichische Firmen, die in Nordamerika bzw. im Nafta-Raum Geschäfte machen wollen. Chancen gebe es vor allem bei der Umwelttechnik und im Informatikbereich. (apa/red)

18.11.2003 13:16