Dienstag, 18. November 2003

Prognose 2004: Pleitenrekord in Deutschland erwartet

  • Kreditversicherer rechnet mit 43.000 Firmenzusammenbrüchen

In Deutschland wird für 2004 mit einem weiteren Pleitenrekord gerechnet. Der weltgrößte Kreditversicherer Euler Hermes erwartet für das kommende Jahr trotz konjunktureller Erholungssignale wegen der Strukturkrise in Deutschland auch im nächsten Jahr mit einer Zunahme der Firmenpleiten auf einen neuen Rekordstand. Dabei geraten immer häufiger auch größere und ältere Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten.

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen werde 2004 voraussichtlich um vier Prozent auf 43.000 Fälle auf einen neuen Höchststand zunehmen, teilte Euler Hermes am Dienstag in Hamburg mit. Damit schwächt sich die Zunahme im Vergleich zum auslaufenden Jahr allerdings leicht ab. Für 2003 geht der Kreditversicherer von 41.300 Firmenpleiten aus, was einer Zunahme gegenüber 2002 um zehn Prozent entspricht.

Am stärksten nehmen den Angaben zufolge die Pleiten im Dienstleistungsbereich zu (plus 15 Prozent), gefolgt vom Handel (plus 14 Prozent) und der Industrie (plus elf Prozent). Das krisengeschüttelte Baugewerbe verzeichne dagegen eine geringfügige Abnahme, ausgehend von einem bereits hohen Niveau.

Als Grund für das hohe Insolvenzrisiko in Deutschland nannte Euler Hermes neben der schwachen Konjunktur die Strukturkrise. Hinzu kämen auf Ebene der Unternehmen Probleme, die sich aus einer zu geringen Eigenkapitalbasis und einer aufgezehrten Liquidität ergäben, teilte Euler Hermes mit.

Im internationalen Vergleich gehöre Deutschland zusammen mit Großbritannien und Frankreich zu den Spitzenreitern, was das zahlenmäßige Insolvenzaufkommen betreffe. Auf sie entfielen zwei Drittel aller gewerblichen Pleiten in Europa. Weltweit habe sich dagegen das Insolvenzrisiko wegen einer positiven Entwicklung in den USA seit 2001 tendenziell stabilisiert. (apa/red)

18.11.2003 12:30