Dienstag, 18. November 2003

Inflationsrate: Im Oktober auf ein Prozent gesunken

  • Kraftstoffe und Flugtickets erwiesen sich als Preisdämpfer
  • Nahrungsmittel und Restaurants waren Preistreiber

Die Inflationsrate in Österreich ist im Oktober im Jahresabstand deutlich gesunken. Der Preisauftrieb betrug nur mehr ein Prozent gegenüber Oktober 2002. Im September war die Rate noch auf 1,4 Prozent geklettert. Im Vergleich zum September 2003 war ein starker Rückgang des allgemeinen Preisniveaus zu beobachten.

Die größten Preisrückgänge gab es im Verkehr (-1,8 Prozent) sowie im Bereich Freizeit und Kultur (-1,1 Prozent). Flugtickets wurden um 17 Prozent billiger, Flugpauschalreisen um 8 Prozent. Auch bei Kraftstoffen und Schmiermitteln (-2 Prozent) gab es sinkende Preise: Super- und Normalbenzin verbilligten sich um je 3 Prozent, Diesel um 2 Prozent gegenüber dem Vormonat.

Bekleidungsartikel wurden teurer
Bei Bekleidung und Schuhen (+1,9 Prozent) war, wie im Vormonat, ein weiterer Anstieg des Preisniveaus zu beobachten. Diesen führen die Statistiker vor allem auf Bekleidungsartikel zurück, die um 2 Prozent teurer wurden. Herrenbekleidung wurde um 3 Prozent und Damenbekleidung um 2 Prozent teurer, einzelne Artikel lagen deutlich darüber, wie etwa Herrenjacken (+7 Prozent).

Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke verteuerten sich im Durchschnitt um 0,7 Prozent gegenüber dem Vormonat. Einzelne Ausreißer wie etwa Tomaten (+38 Prozent), Paprika (+26 Prozent) oder Erdbeeren (+18 Prozent) sind saisonal bedingt, aber auch Schweineschnitzel verteuerten sich etwa um 6 Prozent.

Nahrungsmittel und Restaurants als Preistreiber
Die Jahresinflationsrate von 1,0 Prozent wird zu einem Viertel von der Gruppe Nahrungsmittel (+1,9 Prozent), einem Fünftel von verschiedenen Waren und Dienstleistungen (+ 2,3 Prozent) und einem Sechstel von Restaurants und Hotels (+2,7 Prozent) erklärt. Die Gruppe Verkehr (+0,3 Prozent) hat einen wesentlich geringeren Einfluss auf die Jahresteuerung als noch im September 2003.

Derzeitige Inflationstreiber im Vergleich mit Oktober 2002 sind Getränke (+4 Prozent) und Essen im Gasthaus oder Restaurant (+2 Prozent), Kfz-Haftpflichtversicherung (+5 Prozent) sowie frisches Gemüse (+7 Prozent), ausgenommen Kartoffeln.

Einen dämpfenden Effekt auf die Jahresinflationsrate haben die Gruppen Gesundheit (-1,7 Prozent) und Nachrichtenübermittlung (-2 Prozent). Inflationsmindernd waren auch Kraftstoffe. Normalbenzin und Diesel wren um 5 Prozent billiger als vor einem Jahr, Superbenzin um 4 Prozent.

Preisstabliltät in der Eurozone
In der Eurozone nahezu Preisstabilität geherrscht. Wie das europäische Statistikamt Eurostat mitteilte, lag die jährliche Teuerungsrate bei 2 Prozent. Im September hatte die Inflationsrate auf Jahresbasis 2,2 Prozent betragen. Bei einem statistischen Wert nahe 2 Prozent geht die Europäische Zentralbank von Preisstabilität aus.

Die höchste Teuerung wiesen Irland (3,3 Prozent), Italien und Portugal (jeweils 2,8 Prozent) sowie Spanien (2,7 Prozent) aus. Die niedrigsten Raten gab es in Finnland (0,9 Prozent), Österreich (1 Prozent) sowie Deutschland (1,1 Prozent).

In der EU der 15 ging die jährliche Inflation im Oktober auf 1,8 Prozent zurück. Im September hatte sie 2 Prozent betragen. (apa/red)

18.11.2003 10:11