Dienstag, 18. November 2003

AUA-Zukunft: Die Eckpunkte des erarbeiteten Kompromisses

  • Änderungen beim Kollektivvertrag, Lauda Air bleibt bestehen
  • PLUS: AUA-Chronik - Die wichtigsten Infos zum Konflikt!

Nach der erfolgreichen Abwendung des kurz bevorstehenden AUA-Streiks blickten alle Parteien optimistisch in die Zukunft. Der Kompromiss im Detail: Das sind die Eckpunkte, auf die sich AUA-Management, Bordbetriebsräte und Gewerkschaftsvertreter unter der Vermittlung von ÖGB-Präsident Verzetnitsch und Wirtschaftskammer-Präsident Leitl geeinigt haben.

Gemeinsamer Kollektivvertrag: Alle bei der Austrian und Lauda Air neu eintretenden Piloten erhalten einen gemeinsamen Kollektivvertrag. Dieser basiert auf dem Muster des Lauda-KVs. Weitere Details werden bis Ende März 2004 ausverhandelt.

Die schon länger dienenden Piloten werden auf Gehaltsteile verzichten müssen.

  • Flottenzusammenführung: Im Regionalflug-segment, wo derzeit mit Fokker- und Canadair-Maschinen geflogen wird, soll es eine Flottenbereinigung geben, die Regionalflotte soll künftig durch Austrian arrows (vormals Tyrolean Airways) zusammengeführt werden. Austrian arrows kann künftig Regionalflugzeuge bis zu 110 Sitzplätzen betreiben.

  • Neuregelungen bei Arbeits- und Ruhezeiten: Die Arbeits- und Ruhezeitenregelungen der Austrian-Mitarbeiter werden an jene der Lauda Air angepasst. Davon erwartet sich das AUA-Management eine Produktivitätssteigerung von rund 5 Prozent.

  • Neue Pensionsregelungen: Die Gehaltstabelle der Austrian-Piloten wird um 3 Prozent abgesenkt. Das Pensionsalter der Piloten wird von 60 auf 61,5 Jahre angehoben. Aus dem bisher leistungsorientierten Pensionssystem wird künftig ein beitragsorientiertes System mit einem dreiprozentigen Beitrag für neueintretende Piloten.

    Weiters wird ein zweites Gehaltsschema für neu eintretende Piloten geschaffen, das gewichtet etwa 27 Prozent unter dem bisherigen Austrian-Niveau liegt.

    Lauda Air bleibt bestehen: Der Flugbetrieb der Austrian (AUA) und der Lauda Air wird zusammengeführt, die Marke Lauda Air existiert aber weiterhin.

    Laut AUA-Boss Sörensen ergeben sich damit Expansionsmöglichkeit für alle drei Flugbetriebe (AUA, Lauda Air, Austrian Arrows).

    Einsparungen in Millionenhöhe:
    Das Volumen des vereinbarten Pakets wurde nicht näher beziffert. Der AUA-Vorstand strebte Einsparungen von 30 Mio. Euro bis 2008 an.

    Weiters soll ein Krisenpaket eingeführt werden, das bei gesamtwirtschaftlich bedingten Nachfragekrisen ein Kurzarbeitszeitmodell für einen definierten Zeitraum in Kraft setzt. (apa/red)

    18.11.2003 09:18