EM-Quali: Politische Konflikte überschatten Slowenien-Kroatien
- 600 Polizisten im Einsatz - Buchmacher setzen auf Slowenen
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EM 2004 nun ohne die Holländer?
Ein politisch brisantes Fußballduell findet heute im Rahmen der EM-Qualifikation zwischen Slowenien und Kroatien in Laibach statt. Die Beziehungen zwischen den beiden Ländern befinden sich auf einem Tiefpunkt. Kroatien hatte im Oktober die östliche Hälfte der Oberen Adria einseitig zu seiner Einflusszone erklärt. Die beiden Staaten streiten bereits seit zehn Jahren um den Grenzverlauf am Meer. Außenminister Dimitrij Rupel drohte sogar mit einem Veto gegen die EU-Beitrittsbemühungen Kroatiens.
Das überraschende 1:1 beim Hinspiel am vergangenen Samstag in Zagreb katapultierte ganz Slowenien in den Fußballhimmel. In Laibach waren die Eintrittskarten für das Rückspiel innerhalb von wenigen Minuten ausverkauft. Auch in Kroatien, wo am Sonntag ein neues Parlament gewählt wird, hat der Fußball-Zweikampf mit Slowenien auch die erbittertsten politischen Debatten in den Hintergrund gedrängt. Die Stimmung im Land brachte die auflagenstärkste Zeitung "Vecernji list" (Mittwochausgabe) auf den Punkt: "Kroatien, mach es!"
600 Polizisten im Einsatz
Da Länderspiele zwischen den beiden Intimfeinden schon des Öfteren in Straßenschlachten endeten, entschloss sich die slowenische Polizei zu besonderen Sicherheitsmaßnahmen. Insgesamt 600 Polizisten sollen am Mittwochabend für die Sicherheit in und um das Laibacher Fußballstadion sorgen. Die rund 1.000 kroatischen Schlachtenbummler werden von der Staatsgrenze nach Laibach von der Polizei eskortiert.
Buchmacher setzen auf Slowenien
Fußballerisch hat sich Slowenien nach dem Remis eine sehr gute Ausgangsposition gegen den Favoriten Kroatien geschaffen. Bei den Buchmachern galt es sogar als Favorit. So gibt der bekannte Buchmacher William Hill die Quote für einen Sieg Sloweniens mit 2,37 an, für den Sieg Kroatiens 2,62 (bei 3,1 für Unentschieden).
"Otto Maximale demonstriert Zuversicht
Der kroatische Teamchef Otto Baric demonstrierte Zuversicht. "Die Stimmung in der Mannschaft ist gut. Die Spieler wissen, dass sie Tore schießen müssen, deshalb ist es mir völlig egal, wie Slowenien spielen wird", sagte er am Dienstag beim Trainingslager im slowenischen Brezice. Der Kapitän der kroatischen Mannschaft, Boris Zivkovic, ergänzte: "Wir haben beim ersten Match schlecht gespielt und können nicht glauben, dass uns das noch einmal passiert".
Bilanz spricht für Kroatien
Optimistisch zeigten sich auch die slowenischen Spieler. "Wir haben auch Elfmeterschießen trainiert, aber eher zum Spaß, weil wir hoffen, die Dinge schon während der regulären Spielzeit regeln zu können. Wir spielen auf Sieg. Es ist Zeit, dass wir die Kroaten besiegen", sagte Kapitän Miran Pavlin. Die Länderspielbilanz spricht jedenfalls für die Kroaten. Seit 1995 hat Kroatien drei Spiele gegen Slowenien gewonnen, davon eines in Laibach. Dazu kommen drei Unentschieden.
"Schweigewette" Zahovic-Sokota
Um wie viel es beim Prestigeduell geht, zeigt auch eine ganz besondere Wette des slowenischen Torjägers Zlatko Zahovic mit seinem kroatischen Teamkollegen bei Benfica Lissabon, Tomislav Sokota. Wer sie verliert, den erwartet nach den Worten Zahovics "eine wahre Qual. Er muss einen ganzen Monat lang schweigen".
(APA/red)
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