Nach Istanbul-Terror: Zahl der Todesopfer auf 30 gestiegen
- Attentäter laut Polizei identifiziert, mehrere Festnahmen
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Die Zahl der Opfer der verheerenden Bombenanschlägen auf britische Einrichtungen in Istanbul ist nach Medienberichten auf 30 gestiegen. Unter den gefundenen Toten könnten auch der oder die Selbstmordattentäter sein, berichtete ein türkischer Nachrichtensender. Es seien noch nicht alle identifiziert.
Der türkische Außenminister Gül hat die Festnahme mehrerer Verdächtiger im Zusammenhang mit den Bombenanschlägen auf britische Einrichtungen in Istanbul bekannt gegeben. Zur Identität und zur Zahl der Festgenommenen wollte er allerdings keine Angaben machen. Am Freitag hat sich die El Kaida erneut zu den Anschlägen bekannt. Die britische Regierung hat unterdessen vor weiteren Anschlägen in der Türkei gewarnt. Auch die USA und Großbritannien warnen vor weiterem Terror!
El Kaida bekennt sich zu Anschlägen
Das Terrornetzwerk El Kaida hat sich am Freitag erneut zu den Anschlägen vom Donnerstag in Istanbul bekannt. Das geht aus einer Mitteilung an die saudiarabische Zeitung "El Majallah" hervor. Am Donnerstag hatte sich ein anonymer Anrufer bei der Nachrichtenagentur Anadolu im Namen der El Kaida zu den Selbstmordanschlägen bekannt.
Zeitung: Sieben Festnahmen
Die Zeitung "Hürriyet" berichtete in ihre Freitagsausgabe von sieben Festnahmen. Zudem seien die beiden Selbstmordattentäter vom Donnerstag identifiziert worden. Es handle sich um türkische Staatsbürger. Die Täter seien möglicherweise identisch mit zwei radikalen Islamisten, die als Drahtzieher der Anschläge auf zwei Synagogen am Samstag verdächtigt wurden. Einer von ihnen, ein 27- Jähriger, soll mit einem der beiden Männer zur Schule gegangen sein, der sich am vergangenen Samstag vor einer Synagoge in Istanbul in die Luft gesprengt hat.
Anschläge als "Botschaft"
Nach den Worten des türkischen Ex-Ministerpräsident Mesut Yilmaz sind die Terroranschläge von Istanbul "eine Botschaft an die USA und Großbritannien". Es sei kein Zufall, dass die Terrorakte am Tag des Zusammentreffens des britischen Premierministers Blair mit US- Präsident Bush in London geschehen seien, sagte Yilmaz gegenüber der "ZiB2".
Bilder des Grauens
Im Umkreis der Explosionen sah es aus wie auf einem Schlachtfeld. Vor dem britischen Konsulat stürzten die Eingangshalle und eine Mauer ein. Die Gebäudefront der britischen HSBC-Bank brach zusammen. Davor geparkte Autos wurden völlig zerstört. In weitem Umkreis gingen in Hochhäusern des Bankenviertels Scheiben zu Bruch.
Börse geschlossen, Banken evakuiert
Kurz nach den Explosionen wurde die Börse in Istanbul geschlossen um extreme Kurseinbrüche vorzeitig abzuwenden. Internationale Banken haben aus Furcht vor weiteren Anschlägen begonnen, Mitarbeiter zu evakuieren. So seien die Büros von JP Morgan Chase & Co, ABN Amro Holding NV und Societe Generale SA geräumt worden, hieß es.
Kein Bedrohungsszenario für Österreich
Trotz des Terrors vor den Türen Europas ergibt sich für Österreich derzeit "kein aktuelles Bedrohungsszenario", sagte Rudolf Gollia, Sprecher des Innenministeriums. Die Situation habe sich seit den beschlossenen Sicherheitsmaßnahmen nach dem 11. September nicht verändert. (APA/red)
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