Freitag, 21. November 2003

Vier Tote! Anschlag auf Markt im Süden Bagdads

  • Ein Verletzter: Raketen auf Ölministerium und zwei Hotels!
  • Ungarischer Student möglicherweise von US-Soldaten getötet

Die Terror-Welle im Irak reißt nicht ab. Am Freitag sind das Ölministerium und zwei Hotels mit insgesamt zehn Raketen angegriffen worden. Im Hotel "Palestine", in dem hauptsächlich ausländische Journalisten und Vertragspartner der US-geführten Besatzungsverwaltung untergebracht sind, wurde laut einem US-Offizier ein amerikanischer Hotelgast verletzt. Und am Abend starben vier Menschen bei einem Anschlag auf einen Markt in Bagdad, unter den Opfern war auch ein Kind.

Im unmittelbar benachbarten Hotel "Sheraton" und im Erdölministerium, das im Westen von Bagdad liegt, kam niemand zu Schaden. Beide Hotels wurden von je einer Rakete jeweils im 16. Stockwerk getroffen. An den Gebäuden entstand Sachschaden.

Attentat auf italienische Botschaft geplant?
Im Erdölministerium, in dem zu dieser Zeit wegen des islamischen Wochenfeiertags am Freitag niemand tätig war, schlugen acht Raketen im 5. Stockwerk ein. Die Explosion löste einen Brand aus, der jedoch bald gelöscht werden konnte. Nach Angaben des arabischen TV-Nachrichtensenders "Al Jazeera" entdeckte die irakische Polizei außerdem Raketen und eine Abschussvorrichtung in der Nähe der italienischen Botschaft in Bagdad.

Abschussvorrichtung auf Eselskarren
Die zu den Anschlägen verwendeten Raketen seien von einer Abschussvorrichtung abgefeuert worden, die auf einem Eselskarren versteckt war, sagte ein amerikanischer Offizier. Normalerweise werden solche Karren von Propangas-Händlern benutzt.

Ungarischer Student von US-Soldaten erschossen?
Ein ungarischer Student ist an einem Kontrollpunkt 130 Kilometer westlich von Bagdad bei Ramadi möglicherweise von US-Soldaten erschossen worden, als er dort mit einem Auto unterwegs war. Das berichteten ungarische Medien am Freitag unter Berufung auf Regierungsquellen. Zu dem Vorfall kam es bereits am Montag. Der ungarische Gesandte im Irak erklärte, die Schützen seien weder Rebellen noch Terroristen gewesen, es habe sich vielmehr um einen "tragischen Unfall" gehandelt. Die Familie des Opfers sagte der ungarischen Nachrichtenagentur MTI, die Schützen seien US-Soldaten gewesen. Unklar waren zunächst Zweck und Umstände des Irak-Aufenthalts des Studenten.

(apa/red)

21.11.2003 07:11