Dienstag, 18. November 2003

Powell bei EU in Brüssel: Zusammenarbeit soll wieder enger werden

  • "Die transatlantische Partnerschaft macht die Welt besser"

Das Verhältnis zwischen den USA und der Europäischen Union normalisiert sich langsam wieder. Trotz unterschiedlicher Ansichten will man künftig wieder stärker gemeinsam auf internationale Krisen reagieren. Das wurde bei einem Treffen der EU-Außenminister mit ihrem US-Kollegen Colin Powell in Brüssel deutlich. "Die transatlantische Partnerschaft macht die Welt besser", sagte Powell.

So signalisierte Powell Gesprächsbereitschaft im Atomkonflikt mit Iran. Die EU hatte erreicht, dass die Regierung in Teheran ihr Atomprogramm jetzt der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO) vollständig offen legt. Die in Wien ansässige Behörde hatte Iran ein Ultimatum zur Offenlegung seiner Atomaktivitäten gestellt und gedroht, andernfalls Sanktionen beim UN-Sicherheitsrat zu beantragen.

Powell zu Irak: "Wir kommen voran"
Powell bemühte sich auch, die Sorgen der meisten EU-Länder über eine zu langsame Verbesserung der Lage im Irak zu zerstreuen. Er verwies auf die für das nächste Jahr geplante Übergabe der Macht an eine Übergangsregierung, die Wahlen vorbereiten werde. "Wir kommen voran", sagte Powell.

Auch hoffe er, dass UN-Generalsekretär Kofi Annan bald einen neuen Irak-Gesandten ernennen werde. Dann könnten die Vereinten Nationen die Machtübergabe aktiv unterstützen. Mit diesen Bemerkungen wollte er den europäischen Regierungen entgegen kommen, die ihre Unterstützung des Wiederaufbaus von einem raschen Ende des Besatzungsregimes abhängig machen.

"Gemeinschaft der Freiheit"
Powell räumte ein, dass es zwischen Europa und den USA manchmal Differenzen über die richtige Richtung gebe. Doch nur gemeinsam könnten sie zu Erfolgen kommen. Beide Seiten wollten die "Gemeinschaft der Freiheit" ausdehnen, sagte er unter Hinweis auf die Erweiterung von NATO und EU. Die USA unterstützten ein vereintes Europa, das seine Rolle in der Welt voll ausfüllt und eigene Sicherheitsinitiativen ergreift.

(apa/red)

18.11.2003 18:53