Dienstag, 18. November 2003

Mädchenhandel boomt: 15 Milliarden Euro Umsatz!

  • Jährlich werden 120.000 Mädchen von Ost nach West geschleppt
  • Über eine halbe Million junge Frauen in Europa in Netz gefangen

Immer wieder erschreckende Zahlen gibt es zum Thema Mädchenhandel. Nach Schätzungen von Experten werden jedes Jahr mindestens 120.000 Mädchen und Frauen von Osteuropa in westeuropäische Länder geholt und zu Prostituierten gemacht. Bis zu 500.000 solcher Frauen sollen in einem Netz von Banden festgehalten werden. Die Hintermänner streichen pro Jahr bis zu 15 Milliarden Euro ein, vermuten Experten.

Der größte Teil der rund 200.000 ausländischen Prostituierten in Deutschland stammt aus osteuropäischen Ländern. Zuletzt tauchten Russland, Litauen und Bulgarien am häufigsten als Heimatländer der Frauen auf. Auf den nachfolgenden Plätzen der Opferstatistik rangieren die Ukraine und Polen. 35 Prozent aller Menschenhändler stammen aus Osteuropa.

Hinter den nüchternen Zahlen verbergen sich oft elende Schicksale: Ausbeutung, brutale Einschüchterung und Vergewaltigung. Zwei von drei der von der Polizei entdeckten Frauen seien mit seelischer oder körperlicher Gewalt zur Arbeit auf dem Strich, im Bordell oder Hotelservice gezwungen worden. Vielen wird der Pass weggenommen, so dass sie keine Chance auf Flucht haben.

Von Polizisten befragt, antwortete jede zweite Frau, sie sei über den wahren Grund der Reise in den Westen getäuscht worden. Angelockt wird etwa über "Künstleragenturen" und Zeitungsinserate. (APA)

18.11.2003 12:51