Südtirol: Turbulente Wahl des Landtagspräsidenten
- Revanche der SVP-Frauen für Niederlage im Parteiausschuss
- AN-Politiker in Südtiroler Landtagspräsidium gewählt
Turbulente Zeiten im Südtiroler Landtag: Am Dienstag scheiterten die ersten beiden Versuche der Wahl dessen Präsidenten. Der Grund: Die SVP-Frauen revanchierten sich für eine Abstimmungsniederlage im Parteiausschuss. Erst im dritten Durchgang wurde Richard Theiner gewählt, jedoch nur provisorisch.
Der vom Parteiausschuss vorgeschlagene Vinschgauer Theiner erhielt im ersten Anlauf nur 17 der 35 Stimmen. Und auch Durchgang zwei wollten sich nicht mehr Abgeordnete für ihn entscheiden. Auf SVP-Frauenchefin Martha Stocker entfielen zwölf Stimmen, sechs auf die Grüne Cristina Kury.
Bei der folgenden Stichwahl setzte sich Theiner mit 19 von 35 Stimmen durch, seine Wahl erfolgte jedoch nur provisorisch. Am 1. Dezember wird der SVP-Parteiausschuss dann den endgültigen Kandidaten bestimmen. Im Parteiausschuss waren die Frauen zuvor mit ihrer Forderung nach einem garantierten Amt für Stocker als Landtagspräsidentin oder Mitglied der Landesregierung gescheitert.
AN-Politiker in Landtagspräsidium gewählt
Zum ersten Mal ist in der Geschichte des Südtiroler Landtages ein Politiker der umstrittenen Rechtspartei Alleanza Nazionale (AN) ins Landtagspräsidium gewählt worden. AN-Chef Giorgio Holzmann (46) erhielt im 1. Wahlgang 18 der 35 möglichen Stimmen. Holzmann war unter Hinweis auf das Autonomiestatut von der Südtiroler Volkspartei für diese Aufgabe vorgeschlagen worden, was der Sammelpartei heftige Kritik der deutschen Oppositionspartei einbrachte. (APA/red)
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