Abschied: Bush ließ Britannien-Besuch idyllisch enden
- Kampf gegen Terror: Bush und Blair demonstrierten Einigkeit
- London: Hunderttausende Demonstranten stürzten Bush-Statue
Zuerst Massenproteste, dann doch Zustimmung. Nach den Aufmärschen gegen seine Irak-Politik in London hat US-Präsident George W. Bush seinen Staatsbesuch am Freitag in der beschaulichen Idylle Nordenglands ausklingen lassen. Im Heimatwahlkreis von Premier Tony Blair wurde Bush samt Ehefrau Laura weitgehend freundlich empfangen. "Willkommen Herr Bush, dieser Haufen spricht nicht für mich", hatte der 59-jährige Douglas Harris mit Blick auf die Massenproteste in London auf sein Plakat geschrieben.
"Die meisten hier in der Gegend sind stolz auf Präsident Bush", sagte der Arbeitslose Reportern in Sedgefield. In der verschlafenen Kleinstadt im Norden Englands fand der dreitägige Staatsbesuch seinen Abschluss und Bush viel Verständnis in der Bevölkerung. "Ich möchte, dass Präsident Bush standhaft bleibt", unterstützte eine 39-jährige Texanerin den Irak-Kurs ihres Landsmanns. Mit einer großen US-Flagge und Ohrringen im Stars-and-Stripes-Design hatte sie den Präsidenten empfangen.
"Er ist zur Verteidigung unseres Friedens verpflichtet und diese Proteste regen mich auf - ganz persönlich als Amerikanerin und emotional als jemand, der hier lebt." In London waren am Vortag rund 110.000 Demonstranten durch die britische Hauptstadt gezogen, während Bush einen Termin-Marathon absolviert hatte. Einst als Siegesfeier nach dem erfolgreichen Irak-Feldzug geplant, war der Staatsbesuch nach den verheerenden Attentaten vom Donnerstag in Istanbul zum Krisengipfel geraten. Kritische Stimmen waren denn auch in Sedgefield nicht zu überhören: "Die Bomben in der Türkei haben wir uns selbst eingebrockt", war auf einem Plakat zu lesen. Auf einem anderen Transparent wurde Bush als "Terrorist Nummer Eins der Welt" tituliert.
Informeller Abschluss des Staatsbesuchs
Am Freitag in der Früh waren der Präsident und seine Frau Laura in Begleitung der Blairs vom Buckingham Palast mit dem Hubschrauber nach Nordengland geflogen, um den Staatsbesuch mit einem informellen Teil ausklingen zu lassen. Auf dem Programm standen neben dem Besuch der ehemaligen Bergarbeiterstadt Trimdon und dem Besuch eines Fußballspiels auch ein Mittagessen in einem traditionellen Pub in Sedgefield. In Anspielung auf die beispiellosen Sicherheitsvorkehrungen hatten Zeitungen das Essen im "Dun Cow Inn" spöttisch als "Millionen-Pfund-Lunch" bezeichnet.
Finales Menü der Bushs und Blairs
Vorsorglich hatte die Polizei die Stadt hermetisch abgeriegelt. Der Zugang zum Zentrum war mit Stahlbarrieren und Straßensperren blockiert worden. Trotzdem versammelten sich etwa 300 Demonstranten, während die Ehepaare Blair und Bush zunächst beim Tee und dann beim Menü mit Roastbeef mit Kren und Schweinefleisch mit Apfelsauce saßen. (APA/red)
Familiendrama in St. Pölten15:23
Bluttat: Bub ist totÄrzte kämpften erfolglos: Achtjähriger Bub nach Kopfschuss gestorben
