Montag, 17. November 2003

Babymilch-Skandal: Humana feuert vier Mitarbeiter

Nach dem israelischen Babymilch-Skandal gibt es jetzt erste Konsequenzen: Der deutsche Babynahrungshersteller Humana hat wegen möglicherweise tödlicher Fehler bei der Zusammensetzung von Säuglingsnahrung für Israel vier verantwortliche Mitarbeiter entlassen. Es handele sich um leitende Mitarbeiter aus der Produktentwicklung, dem chemischen Zentrallabor und dem Qualitätsmanagement, sagte der Geschäftsführer der Humana GmbH, Albert Große Frie.

Einem nur in Israel vertriebenen Humana-Milchersatzprodukt auf Sojabasis war zu wenig des für die gesunde Entwicklung von Säuglingen wichtigen Vitamins B1 beigemischt worden. Dadurch sollen zwei Säuglinge in Israel gestorben und weitere erheblich geschädigt worden sein.

Ursache für den Fehler sei "menschliches Versagen", betonte der Humana-Geschäftsführer. Das hätten betriebsinterne Untersuchungen ergeben. Bei der Produktentwicklung seien Analysedaten falsch interpretiert worden. Dies habe zur Folge gehabt, dass auf den üblichen Vitamin-B1-Zusatz verzichtet worden sei. "Diese Entscheidung wurde von den Verantwortlichen einsam und ohne Information der Unternehmensleitung gefällt", sagte der Manager.

Bei der folgenden Überprüfung des Produkts durch ein außen stehendes Labor hätten dann ausgerechnet die Vitaminanalysen gefehlt, die den Fehler noch rechtzeitig hätten aufdecken können. Doch sei dies von den Humana-Mitarbeitern nicht reklamiert worden. (APA/red)

17.11.2003 13:36