Freitag, 21. November 2003

Schweiz & Ungarn bei Österreichern am beliebtesten

  • Polen ist das Sympathie-Schlusslicht
  • Trotz Klischees ist die Mehrheit für die EU-Erweiterung

Die Österreicher haben unter ihren Nachbarstaaten zwei klare Favoriten: die Schweiz und Ungarn. Beide Länder genießen unter der heimischen Bevölkerung fast gleich hohe Sympathiewerte - die Schweiz mögen 87 Prozent, Ungarn 86 Prozent -, erklärte der Meinungsforscher Ulram. Schlusslicht unter den Beitrittsstaaten ist Polen, das gerade mal sieben Prozent der Österreicher positiv einschätzen.

Mit Ausnahme Ungarns und Sloweniens, das Sympathiewerte um 80 Prozent aufweist, leiden die Beitrittsstaaten in Österreich noch immer unter einem "Ostimage", sagte Ulram. "Unsere Nachbarn wissen besser Bescheid über Österreich als umgekehrt. Je jünger die Leute sind, desto schlechter sind sie informiert." Ungarn sei nichtsdestotrotz in Österreich traditionell beliebt, nicht zuletzt weil es dort schon in der kommunistischen Ära weniger Reisebeschränkungen als etwa in der Tschechoslowakei gab, erklärte der Meinungsforscher.

Das vorherrschende Bild über Tschechien sei dagegen geprägt von der schwierigen Geschichte und den jüngsten Konflikten mit Wien. Deutlich verschlechtert hat sich in den vergangenen Jahren das Image Polens, das auch in den Medien vorwiegend durch Korruption, Kriminalität und wirtschaftliche Probleme geprägt ist, sagte Ulram. "Der unbekannte Nachbar" ist laut seinen Umfrageergebnissen die Slowakei.

Trotz vieler Klischees spricht sich heute eine Mehrheit von 55 Prozent der Österreicher für die EU-Erweiterung aus. 35 Prozent seien dagegen, der Rest habe dazu keine Meinung, sagte Ulram.

(apa)

21.11.2003 14:43