Freitag, 21. November 2003

Brand in Wien-Favoriten fordert zwei Menschenleben

  • Ursache noch unklar, Verpuffung oder Gasexplosion möglich
  • Feuerwehr rettete acht Menschen per Drehleiter

Ein Brand in einem Wohnhaus in Wien-Favoriten hat am Freitag zwei Menschenleben gefordert. Aus noch ungeklärter Ursache kam es in der Nacht zu einer Explosion, zwei Wohnungen brannten völlig aus. Ein Gasunfall wird laut Kriminaldirektion 1 nicht ausgeschlossen. Die Feuerwehr musste acht Personen mit einer Drehleiter bergen.

Kurz vor 2.00 Uhr wurde die Feuerwehr in die Laaerbergstraße 172 in Wien-Favoriten gerufen. Beim Eintreffen der Helfer brannten zwei Wohnungen lichterloh, Trümmer von Fenstern und Türen lagen herum, erklärte der Einsatzleiter der Feuerwehr, Christian Wagner, gegenüber der APA.

Zwei Personen hatten sich aufs Dach gerettet, sie wurden per Drehleiter geborgen. Sechs Hausbewohner, denen der Fluchtweg versperrt war, wurden auch über Leitern in Sicherheit gebracht. Die Geretteten erklärten, sie hätten eine Detonation gehört.

Im Haus bot sich der Feuerwehr ein Bild der Zerstörung. Die Türe jener Wohnung, in der das Feuer ausgebrochen war, lag zersplittert im Stiegenhaus, so Wagner. Ein Teil der Decke zur darüber liegenden Wohnung war eingestürzt. Wegen der Einsturzgefahr konnten die Flammen erst nur vom Stiegenhaus und durch ein Fenster bekämpft werden.

Als die Rettungskräfte endlich die Wohnung im ersten Stock betreten konnten, fanden sie eine tote Frau. Erst im Zuge der Aufräumarbeiten nach dem Abschluss der ersten Erhebungen wurde unter mehreren Kubikmetern Schutt von der eingestürzten Decke im Erdgeschoss eine weitere Leiche gefunden, sagte Wagner. Dabei soll es sich um einen völlig verkohlten Mann handeln, der im Bett lag.

Die Feuerwehr schloss eine Gasexplosion zunächst eher aus, es konnte auch kein Gasgeruch festgestellt werden. Auch eine Verpuffung durch unsachgemäßes Handeln mit gefährlichen Chemikalien oder weil die Flammen schon in der ganzen Wohnung "köcheln" konnten, sei laut Wagner möglich gewesen.

Laut Kriminaldirektion 1 werde mittlerweile wieder von einer Gasexplosion ausgegangen werden. Die Leitungen seien frei gewesen, der Herd stand einige Meter von den Anschlüssen entfernt.

(apa)

21.11.2003 08:27