Bergisel-Drama: Versicherung will Millionen von Republik Österreich
- Bisher wurden Stadt Innsbruck und Land Tirol haftbar gemacht
- Sechs Menschen starben 1999 bei Snowboard-Event
Der Republik Österreich steht nun eine Millionenklage im Zusammenhang mit dem Bergisel-Drama von 1999 ins Haus. Sechs Menschen waren damals bei einer Snowboard-Veranstaltung ums Leben gekommen, vier junge Frauen sind schwerst verletzt worden. Nun will die betroffene Versicherung Millionen von der Republik Österreich einklagen. Ein Termin für die Verhandlung stand vorerst nicht fest.
Wie die Tiroler Tageszeitung in ihrer Mittwochausgabe berichtete, wurde die Klage am 12. November beim Landesgericht Innsbruck eingebracht. Im November 2002 hatte Richter Werner Engers am Landesgericht Innsbruck entschieden, dass die Stadt Innsbruck und das Land Tirol haften. In der Folge einigten sich Stadt, Land und Uniqa-Versicherung mit den Opfern auf eine Schadenersatzzahlung von insgesamt 10,7 Mio. Euro. Mit 8,14 Mio. Euro hatte die Uniqa als Versicherung des Veranstalters den größten Brocken übernommen.
Nicht beteiligt an der Schadensgutmachung war die Republik Österreich, obwohl Richter Engers in der mündlichen Urteilsbegründung die Innsbrucker Bundespolizeidirektion, die der Republik zuzuordnen ist, nicht ungeschoren gelassen hatte. So hatte sich der Richter gewundert, dass bei der Bundespolizeidirektion eine Beamtin, die kurz zuvor noch mit Führerscheinangelegenheiten betraut war, plötzlich die Verantwortung für eine der größten Veranstaltungen in Tirol übertragen bekommen hat. Aber auch sicherheitspolizeiliche Fehler stünden im Raum.
Die Uniqa klagt aus dem Titel der Amtshaftung auf einen Betrag von 2,708.404 Euro. Die Republik Österreich hat bisher jegliche Mithaftung am Bergisel-Drama bestritten.
(apa/red)
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