Idee für Schule NEU: Aufsteigen mit zwei Fünfern!
- Ministerin Gehrer ist skeptisch; Kommission diskutiert Neuerungen
- PLUS: Mitstimmen - sollen Kids mit zwei "Fleck" aufsteigen?
Aufsteigen in die nächste Klasse mit zwei "Nicht Genügend" im Zeugnis? Von dieser Idee, eingebracht von ÖVP-Bildungssprecher Werner Amon, war VP-Ministerin Gehrer nicht begeistert. Der Partei-Kollege meint, dass Schüler auch mit zwei "Fleck" aufsteigen können sollten, wenn sie die negativen Fächer im nächsten Halbjahr nachholen.
VP-Ministerin Gehrer: Es sei zwar vernünftig, darüber zu reden, ob man in diesem Fall die ganze Klasse wiederholen muss. Bei Amons Vorschlag stelle sich aber die Frage, was passiert, wenn der Schüler die negativen Fächer nicht in einem halben Jahr nachgeholt hat. Man diskutiere diese Frage im Rahmen der Zukunftskommission und müsse sich dort ein Gesamtkonzept überlegen, sagte Gehrer vor dem Ministerrat.
Gehrer setzt hier eher auf "neue Organisationsformen": So sollte man in den Oberstufen Kursmodelle ausprobieren. Dann müsste ein Schüler, der in einem Kurs ein "Nicht genügend" hat, nur mehr diesen Kurs wiederholen. Gehrer verwies darauf, dass es schon jetzt die Möglichkeit gibt, mit einem "Nicht genügend" aufzusteigen, wenn die Klassenlehrerkommission das beschließt. Das werde auch angewandt.
Amon habe mit seinem Vorschlag einen "Impuls" gebracht, über den man in jener Plattform diskutieren werde, die nach Präsentation der Reformvorschläge der Zukunftskommission eingerichtet wurde. Die Mitglieder der Kommission, vier Erziehungswissenschafter, würden im Frühjahr ihre Ergebnisse vorlegen.
Wichtig für Gehrer ist vor allem die derzeit laufende Definition von Leistungsstandards. Die wichtigen Fragen seien dann, wie man Schüler fördern kann, dass sie diese Standards erbringen und wie man schwache Schüler so fördern kann, dass sie nicht erbrachte Leistungen nachholen können.
Bundesschulsprecherin gegen Sitzenbleiben
Wenig überraschend haben sich auch Schülervertreter gegen das Sitzenbleiben ausgesprochen. Wenn jährlich rund 50.000 Kinder und Jugendliche eine Schulstufe wiederholen müssen, liege der Fehler wohl weniger an ihnen als am System, betonte Bundesschulsprecherin Romana Brait von der SP-nahen Aktion Kritischer SchülerInnen (AKS).
Schule Neu mitplanen!
Ministerin Gehrer wünschte sich, das sich alle am Schulwesen Interessierten einbringen und an der "offenen Planung" über die Internet-Plattform www.klassezukunft.at beteiligen. Eine Bilanz werde dann im Frühjahr 2004 gezogen.
(apa/red)
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