Masern-Alarm: Häufung seltener Komplikationen in OÖ
- Krankheit verläuft schleichend und zerstört das Gehirn
- Ärzte sehen die Impfmüdigkeit als Grund für den Anstieg
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Masern-Alarm in Oberösterreich! In den letzten Jahren sei eine deutliche Häufung einer seltenen Masern-Kompliaktion bei oberösterreichischen Kindern aufgetreten, so Kinderärzte. Erst im Frühjahr ist ein siebenjähriger Bosnier an der so genannten SSPE (subakut sklerosierende Panenzephalitis) in einem Linzer Spital gestorben, berichteten die Oberösterreichischen Nachrichten in ihrer Montag-Ausgabe.
"Bei dieser schwersten Form der Masern-Nachwirkung handelt es sich um eine schleichend verlaufende Erkrankung, die in den meisten Fällen erst nach Jahren auftritt und zu einer langsamen Zerstörung des Gehirns führt", sagte der ärztliche Leiter der Linzer Kinderklinik, Klaus Schmitt. Die Folgen seien, dass die betroffenen Kinder sowohl "mental als auch körperlich abbauen". Eine wirksame Behandlung dagegen gebe es nicht, so der Arzt.
"Von neun Fällen in ganz Österreich in den vergangenen sechs Jahren haben wir in Oberösterreich gleich drei", erläuterte der Kinderarzt. Alle drei hätten mit hoher Wahrscheinlichkeit schon bei der letzten Masern-Epidemie in den Jahren 1995/96 als "ungeimpfte Säuglinge die Masern bekommen", so Schmitt. Die chronisch verlaufende Gehirnhautentzündung trete dann erst Jahre später auf.
Eine mögliche Ursache für die jetzige Häufung sieht der Kinderarzt in der Impfmüdigkeit vieler Eltern: "Wenn etwa 20 Prozent der Kinder pro Jahr nicht geimpft werden, dann heißt das nach etwa fünf Jahren, dass ein ganzer Jahrgang nicht geimpft ist, nach rund zehn Jahren folglich zwei Jahrgänge. Dies entspricht bei der jetzigen Geburtenrate etwa 160.000 Kindern." Diese Zahl berge klar das Risiko einer Epidemie. (APA/red)
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