Montag, 17. November 2003

Wer zahlt? Neuer Streit um billigere Medikamente

  • Pharmagroßhandel will Rabatte für Apotheken zurücknehmen
  • Betroffene protestieren: Auch Händler sollen Teil beitragen

Erneut Streit um billigere Medikamente in Österreich: Während der Pharmagroßhandel Rabatte für Apotheken zurücknehmen und damit die Medikamentenkosten senken will, erteilt die Apotherkekammer diesen Plänen eine Absage. Auch der Handel sollte seinen Teil zu den angestrebten Sparmaßnahmen beitragen.

Das Sparpaket bringe die Apotheken "an den Rand der Möglichkeit, gerade noch wirtschaftlich zu arbeiten", betonte Apothekerkammer-Präsident Herbert Cabana. Alle müssten ihr Scherflein beitragen, auch der Großhandel. Andernfalls käme es zu Leistungseinschränkungen in den Apotheken, wie etwa lange Wartezeiten und kein umfassendes Angebot.

Andererseits befürchtet der Pharma-Großhandel, "sehr tief in rote Zahlen zu geraten", wenn er den Nachlass alleine tragen sollte, so Heinz Kramer, Geschäftsführer der ARGE Pharmazeutika. Der Großhandel müsse daher schon bisher gewährte Rabatte für Apotheken kürzen. Das sei ausdrücklich von der Preiskommission festgestellt worden, so Kramer. Auch der Großhandel warnt vor Versorgungsengpässen, weil die Lieferung der Apotheken länger dauern könnte.

Das Sparpaket sieht für das kommende Jahr Einsparungen von 100 Millionen vor, inklusive Mehrwertsteuer sogar von 120 Millionen. Dabei bringt die Senkung der Großhandelsspanne um zwei Prozent 20 Millionen, bei den Apothekern kommen 33 Millionen herein. Und schließlich soll die Pharma-Industrie auf 40 Millionen Euro an Gewinnzuwächsen verzichten. (APA/red)

17.11.2003 10:07