Lauda Air gegen Fly Niki: Das neue Duell am Himmel
- Wie sich die AUA gegen Niki Lauda rüstet.
- Warum der Comeback-Airliner unter „flyniki“ startet.
Niki Lauda gibt wieder einmal mächtig Gas. Der Comeback-Airliner will nach seinem erst vor wenigen Tagen finalisierten Coup schon in zwei Wochen, exakt am 28. November, abheben. Der Erstflug – nach Teneriffa – ist der Auftakt für tägliche Starts und Landungen auf den Kanarischen Inseln, Madeira, Ägypten und natürlich Wien.
Und es wäre nicht Lauda, wenn er nicht mit ebensolchem Höchsttempo an seiner Vermarktungsoffensive arbeiten würde. Der vorläufige Clou: Auf der Internetseite von Aero Lloyd – seine Jets standen bislang im Dienst der Österreich-Tochter des insolventen deutschen Ferienfliegers – können unter dem Titel „flyniki“ schon in den nächsten Tagen Restplätze in dem mit Neckermann-Chartergästen gefüllten Jet gebucht werden.
Noch offen ist aber, wie die Niki-Line – die AUA hält alle Lauda-Markenrechte im Fluggeschäft – künftig heißen wird. Der Exrennfahrer will sich dafür noch Zeit lassen und erst im Winter entscheiden. Den Namen „flyniki“ für die Airline will Lauda weder bestätigen noch ausschließen. Sein knapper Kommentar dazu: „Der Name ist noch offen.“
Heftige Turbulenzen. Der Lauda-Neustart ist jedenfalls der Auftakt für einen Schlagabtausch, der noch für gröbere Turbulenzen sorgen wird. Denn eines ist klar: Direkter Konkurrent seiner neuen Chartergesellschaft und Billigairline – die mittelfristig auf bis zu zehn Jets und mehr anwachsen könnte – ist der AUA-Konzern samt der Lauda Air, die von der AUA 2001 komplett übernommen wurde.
Lauda: „Was mich jetzt motiviert, ist, meine Flieger mit möglichst vielen Passagieren zu füllen und dass sie das Gefühl haben, mit dem richtigen Lauda zu fliegen.“ Austrian-Boss Vagn Sörensen nimmt den Kampf auf und denkt nicht daran, die Lauda Air umzutaufen: „Die Marke ist in unserem Ferienflugsegment gut positioniert.“
Vor neuem Showdown. Ein neuerlicher Showdown zwischen AUA und Lauda – der Exrennfahrer und die damalige Staatsairline hatten sich bis 1997 erbittert bekämpft – scheint somit nur mehr eine Frage der Zeit. Der Unterschied zu damals: Der Flughimmel ist inzwischen derart überfüllt, dass immer mehr Airlines aus dem Wettbewerb fliegen.
Während das Lauda-Billigairline-Konzept – möglicherweise im Verbund mit Sky Europe – erst vor seiner Bewährungsprobe steht, ist die AUA allerdings bereits seit längerem mit handfesten Problemen konfrontiert. Die in Zahlen ausgedrückte Schieflage des Konzerns: Bei den Passagieren gab es von Jänner bis September 2003 einen Knick von rund sechs Prozent auf 6,5 Millionen, und der Verlust in diesem Zeitraum belief sich auf satte 7,5 Millionen Euro. Die ohnehin pessimistischen Erwartungen der Aktien-Analysten wurden damit sogar übertroffen.
Schulden und Streiks. Zudem plagen die heimische Airline-Gruppe ein Schuldenberg von mehr als zwei Milliarden Euro und kampfeslustige AUA-Piloten. Bis Ende dieser Woche wollen sich Vorstand und Piloten auf ein neues Gehaltsmodell einigen. Gelingt das nicht, droht ein neuerlicher Streik, der den Konzern endgültig an den Rande des Abgrunds bringen könnte.
Heimische Wirtschaftskapitäne schlagen schon einmal vorsorglich Alarm. Sollte es zu keiner Einigung mit den Piloten kommen – und dem damit verbundenen Sparvolumen von 30 Millionen Euro –, droht die finale Pleite, warnen Spitzenvertreter der Wiener Wirtschaft.
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PLUS: AUA-Boss Vagn Sörensen & Comeback-Airliner Niki Lauda im NEWS-Interview über das neue Duell am heimischen Luftfahrt-Himmel
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