Sonntag, 16. November 2003

Aero Lloyd-Schulden: Neuer Streit AUA gegen Lauda

  • Lauda im Interview: "AUA hat Adresse verwechselt", AUA kontert
  • "flyniki" startet am 28.11. mit sechs wöchentlichen Flügen

Eine alte Feindschaft lebt wieder auf. Neo-Airline-Gründer Niki Lauda und die Austrian Airlines (AUA) und wetzen erneut die Messer: Diesmal bahnt sich ein Rechtsstreit um Aero Lloyd-Schulden bei der AUA an. Die AUA hat gegen Aero Lloyd Austria, die von Niki Lauda mehrheitlich übernommen wurde und am 28. November erstmals unter der Marke "flyniki" abheben will, Konkurs beantragt.

Es geht um offene Forderungen der AUA auf Grund von nicht bezahlten Wartungsarbeiten. Lauda sieht die Aero Lloyd Austria als falschen Adressaten für den Konkursantrag: "Die AUA hat die Adresse verwechselt. Sie kann die Aero Lloyd Österreich nicht in Konkurs schicken, weil es kein Vertragsverhältnis gibt", sagte Lauda am Sonntag zur APA.

AUA kontert: "Vertrag mit Aero Lloyd Austria
Lauda zufolge gibt es nur zwischen der deutschen Aero Lloyd und der AUA, nicht aber zwischen der Aero Lloyd Austria und der AUA ein Vertragsverhältnis. Dem widerspricht die AUA: "Es bestand ein Vertrag zwischen Aero Lloyd Österreich und Austrian Airlines", betonte am Sonntag AUA-Sprecher Johannes Davoras gegenüber der APA. Demnach schulde die Aero Lloyd Österreich der Austrian die Entgelte in Höhe von 351.000 Euro für die erbrachten technischen Wartungsleistungen.

Die AUA habe zwar ursprünglich einen Wartungsvertrag mit Aero Lloyd Deutschland gehabt, erläuterte Davoras heute. Als aber im Jänner 2003 die Aero Lloyd Österreich gegründet wurde, an der Aero Lloyd Deutschland nur eine Minderheitsbeteiligung hielt, sei deshalb am 10. April 2003 ein neuer Wartungsvertrag abgeschlossen worden, der auch Wartungsleistungen für Aero Lloyd Österreich umfasst habe und der vom damaligen Geschäftsführer der Aero Lloyd Österreich mit unterzeichnet worden sei.

Ab diesem Zeitpunkt habe Aero Lloyd Österreich alle vereinbarten Wartungsleistung von Austrian in Anspruch genommen, alle Abstimmungen dazu seien mit der Geschäftsführung der Aero Lloyd Österreich erfolgt, so Davoras.

Da Aero Lloyd Österreich als einzig nennenswerten Vermögenswert nur über eine jedenfalls damals ruhende Betriebslizenz der österreichischen Luftfahrtbehörde verfüge, habe Austrian "im Sinne der kaufmännischen Sorgfaltspflicht" einen Konkursantrag gegen Aero Lloyd Österreich gestellt. Aero Lloyd Österreich könne den Konkursantrag im übrigen "jederzeit und einfach dadurch abwenden, indem die offenen Forderungen beglichen werden", meint Davoras.

Lauda: "Affront gegen mich"
Das Datum des Einlangens beim zuständigen Gericht am 5. November sei "rein zufällig" mit den öffentlichen Verlautbarungen von Niki Lauda, die Mehrheit an der Aero Lloyd Österreich zu übernehmen, zusammen gefallen. Austrian habe jedenfalls "keine wie immer gearteten Absichten", Niki Lauda bei seinen neuen Airlineplänen zu behindern. Lauda glaubt hingegen "nicht an Zufälle". "Das ist ein Affront gegen mich". Daher dürfe sich künftig auch "umgekehrt niemand aufregen, wenn ich gegenüber der AUA nicht zimperlich bin". (APA/Red.)

16.11.2003 13:28