Freitag, 14. November 2003

Streikfolgen: Situation in Firmen immer "dramatischer"

  • Lager der Produzenten sind voll - Fertigware bleibt liegen
  • Probleme auch in der heimischen Holz- und Papierindustrie

Der Streik der ÖBB bedeutete auch für die Unternehmen immer größere Probleme. Nicht nur die Produktion wird durch den Streik beeinträchtigt, auch der Abtransport der Fertigwaren stelle ein großes Problem dar, so der einhellige Tenor aus den Firmenzentralen. Die Aufhebung des Wochenend-Fahrverbot für Lkw wird gefordert. In der Holz- und Papierindustrie nahm die Lage gegen Ende schon dramatische Ausmaße an.

"Im Falle von Versorgungs-Engpässen ist die Lockerung der Wochenendfahrverbote durch die Länder eine begrüßenswerte Eigeninitiative der Länder, um die für den Standort Österreich verheerenden Folgen des ÖBB-Streiks entgegenzuwirken und Arbeitsplätze zu sichern", kommentierte Infrastrukturminister Hubert Gorbach entsprechende Maßnahmen der Bundesländer.

Das in Österreich generell geltende Wochenendfahrverbot ist in der Straßenverkehrsordnung geregelt. Für die Länder gibt es die Möglichkeit, Ausnahme-Genehmigungen in Einzelfällen zu erteilen.

In der voest wurde es langsam kritisch
In der voestalpine AG in Linz werde die Situation bald "kritisch", meinte Konzernsprecher Wilhelm Nitterl. Seit Tagen standen vier voll beladene Züge am Werksgelände in Linz, die nicht abgefertigt wurden.

In der Obersteiermark gibt's Notprogramm
Die voestalpine hat in ihren obersteirischen Betrieben ein logistisches Notprogramm eingeleitet - rund 50 Lkw übernehmen den Antransport der Rohstoffe Erz und Koks. Vergleichen mit Linz ist man in Donawitz und den anderen obersteirischen Standorten durch die nicht vorhandenen Schiffswege noch ärger betroffen.

Produkte wie Schienen, Draht und Rohre könne man nicht so ohne weiteres auf den Lkw verladen. Durch die Ausrichtung auf das Just-in-time-Geschäft seien auch die Lagerkapazitäten begrenzt.

Probleme auch in der Papier- und Holzindustrie
Die heimische Papierindustrie ist vom ÖBB-Streik besonders stark betroffen. Die Branche transportiert rund 50 Prozent ihres Transportvolumens mit der Bahn. Der Ausfall der Züge führe dazu, dass Liefertermine bei Kunden nicht eingehalten werden können, wodurch Kunden auf Dauer verloren gehen können.

Dramatische Auswirkungen hat der ÖBB-Streik auf die Holzindustrie in Österreich. Die Produktion musste zurückgefahren bzw. in einzelnen Werken sogar vorübergehend eingestellt werden. (apa/red)

14.11.2003 11:12