Libro im Plus: Boom nach der Insolvenz!
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Anfangs galt er nur als Übergangskandidat: Im Jänner wurde Martin Waldhäusl (Bild) mit Werner Weber Chef des Buch- und Papierriesen Libro. Inzwischen ist er fest im Amt: "So schlecht ist es gar nicht gelaufen." In den Fußstapfen des einstigen "Mister Libro" und Pleitiers André Rettberg wandelt Waldhäusl nicht. Der Stil des gelernten Juristen ist unspektakulär. Doch die Firma hat er im Griff: Nach der Insolvenz hatte der Investor Josef Taus Libro mit Partnern übernommen. Nun schreibt die Firma schon im Jahr eins nach dem Konkurs operativ schwarze Zahlen.
"Die Sanierung ist nicht abgeschlossen", sagt Waldhäusl, "doch Libro steht schon wieder auf anderthalb Beinen." In Zeiten wie diesen ist das passabel. Hauptgrund für Waldhäusls Optimismus ist das erfolgreich gelaufene Schulgeschäft: "Die Menschen sind in die Filialen geströmt wie in U-Bahn-Stationen." Der anvisierte Jahresumsatz von 200 Millionen Euro rückt damit in greifbare Nähe. Durchgerechnet auf die Einnahmen pro Quadratmeter Verkaufsfläche liegt Libro damit nur rund zehn Prozent hinter den Umsätzen der fetten Jahre.
Geschafft haben es Taus und sein Konsortium noch nicht. Neben den fünf Millionen Euro Kaufpreis haben sie weitere 15 Millionen investiert. Dieses Geld muss zurückverdient werden. Doch dank des guten Cashflows musste Waldhäusl die Kreditrahmen bei den Banken nicht ausnützen. Das vergrößert die Spielräume bei der Sanierung.
4 bis 5 neue Filialen pro Jahr geplant
In Feldbach wurde jüngst ein erfrischend innovativer Prototyp für künftige Libro-Filialen eröffnet. Tendenz: lockerer, luftiger und offener. Vier bis fünf neue Filialen kommen pro Jahr dazu. Die nächste Eröffnung steht Anfang Dezember in der Fußgängerzone in Baden an. Die große Libro-Filiale in der Wiener Mariahilfer Straße (Höhe Neubaugasse) wird zum Flagshipstore mit Café ausgebaut. Im Moment betreibt Libro 203 Filialen.
Bestseller und Blockbuster
Bei der Sortimentspolitik gibt es Änderungen. Bei Schreibwaren, wo Libro Marktführer ist, wird das Angebot breiter. Im "Entertainment-Bereich" (Buch, CD, DVD, Video) werden dafür nur noch Bestseller und Blockbuster verkauft.
Das Weihnachtsgeschäft wird heuer laut ersten Umfragen besonders schwierig. Nicht für Libro hofft Waldhäusl: "Wer bei den Geschenken sparen will, kauft eben bloß ein Buch oder eine CD bei Libro." (red)
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