Donnerstag, 13. November 2003

Wut wegen ÖBB-Streik: Niederösterreich startet Sammelklage!

  • Landeshauptmann Pröll: Pendler sollen Streik-Unkosten bekannt geben
  • Steiermark zieht ÖBB 70.000 Euro pro Tag ab

Die Streik-Wut wächst! Niederösterreich beschreitet dabei neue Wege: Die Landesregierung finanziert eine Sammelklage für Pendler. Diese können sich unter der Wiener Telefonnummer 513 95 40-33 am Rechtsstreit beteiligen.

Niederösterreich reicht´s: Wegen dem ÖBB-Streik wird nun auch der Gerichtsweg beschritten. "Wir haben den Wiener Rechtsanwalt Christoph Herbst beauftragt, die Pendlerinteressen gegenüber den ÖBB im Rahmen einer Sammelklage zu vertreten", sagte Landeshauptmann Pröll. Die Kosten dafür werde das Land tragen.

Die Abwicklung sei sehr einfach, sagte Pröll. "Jeder niederösterreichische Pendler kann sich unter der Wiener Telefonnummer 513 95 40-33 melden." Für die Pendler entstünden im Zusammenhang mit der Sammelklage keine Kosten.

Pendler müssen ihre Mehrkosten definieren
Betroffene Pendler müssen bekannt geben, welche "Art von Regelung" (z.B. Monats- oder Jahreskarte) es mit den Bundesbahnen gebe. Und welche Unkosten ihnen dadurch entstanden seien, dass sie "die ÖBB nicht verwenden" konnten, erklärte Rechtsanwalt Herbst. Das Spektrum reiche von Fahrten mit dem Auto bis zu Hotelübernachtungen.

Er wisse nicht, ob es "im Sinne aller ist, die nach einer Lösung streben", wenn nun etwa mit Klagen das Feuer weiter geschürt werde, sagte Josef Staudinger, Vorsitzender des ÖGB-NÖ und Präsident der AKNÖ. Er sei "ein Mensch des Konsens", der auf den Verhandlungsweg setze.

Streik-Hotline überlastet!
Im NÖ Landhaus seien im Zusammenhang mit dem ÖBB-Streik zuletzt die Telefone "heiß gelaufen", sagte Pröll. Unzählige aufgebrachte Pendler - in Niederösterreich gibt es insgesamt etwa 250.000 - hätten gemeint, sich das von den Bundesbahnen "nicht gefallen" zu lassen.

Immerhin sei der Streik für viele Menschen auch mit finanziellen Einbußen verbunden, so Pröll.

Steiermark zieht ÖBB Geld ab
Entsprechend des Kooperationsvertrages werde man der ÖBB und analog auch dem Postbus die nicht erbrachten Leistungen abziehen, sagte der Geschäftsführer der Steirischen Verkehrsverbundgesellschaft, Alfred Hensle, am Donnerstag. Es würde dies rund 70.000 Euro pro Tag ausmachen, zusätzlich 7.000 für den ÖBB-Bus. Beim Postbus beträgt der Abzug rund 15.000 Euro.
(apa, red)

13.11.2003 10:00