Commerzbank: Radikale Neubewertung bringt 2,3 Mrd Euro Verlust
- Buchwerte der Beteiligungen an Realität angepasst
- Dividende von 10 Cent pro Aktie entfällt
Die Commerzbank hat mit einem radikalen Schnitt die völlig überhöhten Buchwerte ihrer Beteiligungen der Realität angepasst. Im Ergebnis führte dies im 3. Quartal zu einem Konzernverlust von 2,3 Mrd. Euro.
Für das Gesamtjahr 2003 kündigte Vorstandssprecher Klaus-Peter Müller einen Verlust von 2 Mrd. Euro an. Dies bedeutet zugleich den Ausfall der Dividende, die bereits für 2002 nur 0,10 Euro betragen hatte.
Müller wertete die völlig überraschende Operation als "Befreiungsschlag", um die Bank wieder handlungsfähig zu machen. Die Börse reagierte mit Kursabschlägen von rund sechs Prozent.
Belastend wirkte sich dabei die gleichzeitig angekündigte Kapitalerhöhung aus, von der die Altaktionäre ausgeschlossen bleiben. Am Mittwoch wurden institutionellen Großanlegern 53,3 Mio. Commerzbank-Aktien - knapp zehn Prozent aller umlaufenden Papiere - zum Kauf angeboten.
Nach Beseitigung der "stillen Lasten" könne die Commerzbank wieder in vollem Umfang an der Konjunkturbelebung teilhaben. Darüber hinaus erhofft sich der Vorstand eine wieder bessere Beurteilung der zweitgrößten deutschen Geschäftsbank durch die Ratingagenturen. Die zu erwartenden Kursgewinne seien für die Aktionäre vorteilhafter als eine Mini-Dividende von zehn Cent.
(apa, red)
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