Montag, 10. November 2003

AUA-Kampf ruinös - WK, Kongresstouristiker & McDonalds fürchten Scheitern der Piloten-Verhandlungen

  • "Insolvenz der AUA zu befürchten"
  • Konzerne haben Wien auf "Watchlist"

Am Samstag, dem 16. November endet der vereinbarte "Waffenstillstand" zwischen AUA-Management und Piloten. Wenn es dann nicht zu einer Einigung zum AUA-Sparpaket kommt, droht eine Fortsetzung des Arbeitskampfes. Spitzenvertreter der Wiener Wirtschaft sehen für diesen Fall ihre Felle davonschwimmen: Sie fürchten auf lange Sicht eine Schädigung der Austrian, des Flughafens und letztlich des Wirtschaftsstandortes Wien.

Der Dachverbandschef des Kongresstourismus, Rudolf Kadanka, sprach das Horrorszenario aus, Wiens Wirtschaftskammer-Präsident Walter Nettig schlägt in die gleiche Kerbe: "Wenn die AUA untergeht, stirbt auch der Flughafen".

Nettig warnte vor Abwanderungen internationaler Firmenzentralen. McDonalds-Zentraleuropa-Chef Andreas Hacker hat (Motto: "Wien in Gefahr"), bereits offen angedroht, bei weiterer Eskalation des AUA-Konflikts, weiteren Streckenstreichungen bzw. einer womöglich drohenden Insolvenz der AUA seine Osteuropa-Zentrale von Wien abzuziehen.

Laut Nettig stünde Wien als Standort von Konzernen aus den USA oder Asien zur Zeit auf einer Watchlist. Es mehrten sich die Anfragen, wie sich die Lage in Wien entwickle.

Für etliche Multis, die in Wien ein Headquarter für Zentraleuropa errichteten, sei gerade die gute Verkehrsanbindung (vor allem die Hub-Funktion des Airport Wien) wesentlich gewesen. Die AUA deckt derzeit 87 Prozent des internationalen Flugaufkommens für Zentral- und Osteuropa ab.

Wie berichtet arbeiten Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl und ÖGB-Chef Fritz Verzetnitsch an einem Schlichtungsvorschlag, falls die AUA-internen Verhandlungen nicht weiter kommen.
(apa, red)

10.11.2003 12:45